#012 Sofort-Verbesserung für deine Beziehung

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

#012 Sofort-Verbesserung für deine Beziehung

Deinen Partner mit neuen Augen sehen

 

Heute werde ich dir eine Technik vorstellen, die du besonders gut nutzen kannst,

  • wenn du vielleicht schon etwas länger mit deinem Partner zusammen bist,
  • wenn du vielleicht denkst, schon alles an ihm zu kennen,
  • wenn dich das ein oder andere Verhalten an ihm richtig nervt und
  • du denkst, dass es gut wäre, ihn mal aus vollkommen neuen Augen zu betrachten.

Wenn du dich jetzt wieder erkannt hast, kann dir genau diese Technik dabei helfen, wieder eine glückliche und erfüllte Beziehung zu führen!

 

Du kannst die Folge direkt hier hören - oder auf Spotify & ITunes.

 

Komm sehr gerne in meine neue Facebook Gruppe "Paartherapie Podcast - Glückliche & Erfüllte Beziehungen leben" und tausche dich dort mit mir persönlich und anderen Podcast-Hörern über die Themen Partnerschaft, Liebe & Paartherapie aus!

 

Hier kannst du den Inhalt der Folge zudem als Blogpost nachlesen:

Hallo, schön, dass du wieder dabei bist – beim Paartherapie-Podcast, deinem Podcast für glückliche & erfüllte Beziehungen!

Mein Name ist Linda Mitterweger, ich bin Psychologin & Online-Paartherapeutin und heute werde ich dir eine Technik vorstellen, die du besonders gut nutzen kannst, wenn du vielleicht schon etwas länger mit deinem Partner zusammen bist, wenn du vielleicht denkst, du kennst schon alles an ihm, wenn dich das ein oder andere Verhalten an ihm richtig nervt und du denkst, dass es gut wäre, ihn mal aus vollkommen neuen Augen zu betrachten.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit der heutigen Folge und der Übung!

Ich weiß, dass Beziehungen über die Zeit von Gewohnheiten geprägt werden. Ihr entwickelt Rituale, viele Dinge die dein Partner tut oder sagt, kennst du bereits. Es fällt zunehmend schwer, sich im Alltag mit irgendwas zu überraschen. Das ist eine ganz normale Entwicklung und wie fast alles im Leben hat diese Entwicklung natürlich Vorteile aber auch Nachteile.

So eine Routine, so ein fester Ablauf, das Gefühl, den Partner richtig gut zu kennen, beinahe auswendig zu kennen, zu wissen, was er sich wünscht, was er denkt und fühlt – obwohl das natürlich eine absolute Illusion ist! Ich habe schon öfter im Podcast darüber gesprochen, dass du niemals ganz sicher wissen wirst, was dein Partner sich wünscht oder denkt, egal wie gut du ihn kennst – aber das Gefühl, ihn eben so richtig in- und auswendig zu kennen, gibt unglaubliche Sicherheit. So starke Sicherheit sogar, ein so starkes Gefühl, dass dir in dieser Beziehung nichts passieren kann, dass man sich manchmal auch ein bisschen darauf ausruht und sich jetzt nicht immer die größte Mühe gibt, sich selbst für den Partner attraktiv zu präsentieren. Und trotzdem ist diese Sicherheit eben etwas Gutes. Wenn du an die ersten Tage, Wochen, Monate mit deinem Partner zurück denkst: Vielleicht war es bei dir auch so, dass, als sich die Beziehung gerade erst entwickelt hat, alles auch sehr stark geprägt war von Unsicherheit. Genau diese Unsicherheit lässt auch zu, dass die Gefühle, die du in dieser Zeit empfindest so stark sind – so ein extremes Auf und Ab. Vielleicht gab es damals auch so Gedanken wie

  • „Mag er mich auch so sehr wie ich ihn?“,
  • „Könnte sich das was entwickeln?“,
  • „Hat er überhaupt Interesse an mit?“

Diese Anfangszeit ist sehr spannend und aufregend und gleichzeitig von einer unglaublichen Unsicherheit geprägt und genau deshalb ist es so wichtig, irgendwann in die Sicherheit und in die Routine zu gehen, weil du es dauerhaft gar nicht schaffst, diese Unsicherheit auszuhalten. Das ist aufregend und so weiter aber gleichzeitig ist das auch ein enormer Stress für deinen Körper! Diese Sicherheit, die du vielleicht jetzt mit deinem Partner empfindest, diese Routine, diese Strukturen, die ihr entwickelt habt und dieses ganz eingespielte Miteinander, bietet also den absoluten Vorteil von Sicherheit und Verlässlichkeit. Und gleichzeitig führt genau das eben dazu, wie ich vorhin  schon gesagt habe, sich darauf auszuruhen, nicht mehr so wirklich viel in die Beziehung zu investieren – auch wenn du überlegst, was ihr vielleicht zu Beginn, als ihr euch gedatet habt, für einen Aufwand betrieben habt um einander zu gefallen – frag dich mal: Wie viel ist davon noch übrig? Wie ist euer Verhalten jetzt? Wie viel Mühe gebt ihr euch jetzt im Miteinander? Und so kommt es mit der Zeit dann eben manchmal auch dazu, dass dir immer mehr Kleinigkeiten an deinem Partner auffallen, die dir so gar nicht gefallen. Es nervt dich, dass er morgens so laut ist oder die Türen so zuknallen lässt. Du bist vielleicht genervt darüber, wie er isst oder was er isst, wie viel Zeit er am Handy verbringt, welche Ticks er hat. Das alles – was dich am Anfang nicht gestört hat, was dir vielleicht nicht einmal aufgefallen ist oder dir sogar besonders gut an ihm gefallen hat – ist jetzt plötzlich ein Problem für dich.

Kennst du das? Geht’s dir auch manchmal so?

Und da möchte ich dir heute einen Trick zeigen, eine Strategie, eine Technik – nenn' es wie du willst. Mit diesem Trick kannst du super schnell von null auf hundert praktisch wieder diesen liebevollen Blick entwickeln, den du vielleicht zu Beginn deiner Beziehung hattest. Du kannst diesen Trick so oft du möchtest und wann immer du möchtest in deiner Beziehung anwenden – einfach mal 10 Minuten oder mal einen ganzen Tag oder auch dauerhaft – ganz wie es für dich passt.

Also stell dir doch einfach mal vor, wie es war, als du deinen Partner gerade frisch kennengelernt hast. Als ihr euch praktisch noch gar nicht kanntet, als alles, was er dir erzählt oder gezeigt hat, neu für dich war. Vielleicht hast du all diese Informationen aufgesaugt, dieser Mensch war einfach so interessant für dich – alles was er zu sagen hatte, hat dich interessiert.

Ich denke da ganz gerne an das erste Date mit Flo, mit meinem Partner.

Das war im Sommer, im Juli. Und wir haben uns auf so einem Sommerfestival getroffen. Wir sind zusammen über das Gelände spaziert, haben uns die Stände angeschaut und dabei so die ersten Worte und Sätze gewechselt und später haben wir uns da irgendwo auf dem Gelände an einen Tisch gesetzt und zusammen ein Bier getrunken und er hat auch was gegessen und noch später saßen wir da auf so einem umliegenden Berg an diesem Gelände im Gras und haben uns einfach ausgetauscht über alles – über unsere Jobs, übers Reisen, über unsere Familie, Freunde, was wir so machen – wir haben uns einfach erzählt, wer wir sind!

Und wenn ich daran denke, dann weiß ich wieder genau, wie sich das angefühlt hat. Alles an diesem Menschen hat mich einfach interessiert. Ich hatte noch kein Bild davon. Wenn er mir von seinem Zuhause erzählt hatte, wusste ich noch nicht, wie es dort aussieht, ich hab es mir einfach vorgestellt und nachgefragt mit ganz ehrlichem Interesse – und heute wohnen wir dort in diesem Haus zusammen – das ist schon auch irgendwie ganz schön verrückt. Als wir damals über das Gelände spaziert sind und uns umgesehen haben und an den verschiedenen Ständen standen, an denen man irgendwelche Dinge kaufen konnte, da war das so spannend zu sehen, wie er sich bewegt, welche Gegenstände ihn besonders interessieren, was seine Meinung zu verschiedenen Dingen ist. Selbst als ich später für uns Bier geholt habe war alles daran interessant – ich wusste noch gar nicht, was er gerne trinkt oder was er isst, ob er Vegetarier ist oder was auch immer. Alles an diesem Menschen war neu.

Ich habe jede Information aufgesaugt, habe so viele Frage gehabt, ich wollte am liebsten alles wissen, was es über diesen Menschen zu wissen gibt und es war so aufregend zu spüren, wie es ist, neben ihm zu laufen, neben ihm zu sitzen. Das alles macht ja irgendwas mit mir und da mal genau hinzuspüren. Und nie wäre es mir eingefallen zu sagen: „Was du grade erzählst interessiert mich nicht.“ Oder zu denken, dass ich irgendetwas besser weiß, z.B. was sein Chef von ihm hält, wie er bestimmte Herausforderungen löst, welche Meinung er hat. Ich hab ihn akzeptiert wie er ist, mir alles angehört und einfach angenommen.

Und das klingt jetzt so als hätte ich ihn total angehimmelt – so war es natürlich nicht. Das hat ja auf Gegenseitigkeit beruht, das war einfach das richtige „Sich gegenseitig beschnuppern“, mal schauen, wie der andere so tickt. Keine Vergötterung oder so - einfach ein ganz ehrliches tiefes natürliches Interesse an einem anderen Menschen.

So und jetzt zurück zum Trick: Wenn ich merke, dass ich übermütig werde, dass ich denke, Dinge über Flos Leben besser zu wissen als er selbst. Wenn ich das Gefühl habe, ihn irgendwie ein bisschen satt zu haben, wenn mich Dinge nerven, wenn ich mich frage, warum er Probleme so löst, wie er sie eben löst, dann erinnere ich mich an dieses erste Date. Und ich bemühe mich, ihn mit genau diesen Augen zu sehen, wie ich es damals getan habe. Ich frage nach, als wüsste ich noch nichts über die Situation und ich bin immer wieder überrascht, wie viel neue Informationen, die ich vorher noch nicht wusste, dann eben doch noch irgendwie ans Licht kommen. Ich bemühe mich, ganz offen zu sein, für seine Interessen und seine Lösungsstrategien so als hätten wir uns gerade erst kennengelernt und ich würde wirklich aus dieser ganz anfänglichen Neugier heraus genau wissen wollen, wie er Dinge angeht und löst.

Und in den ersten Minuten fühlt sich das manchmal komisch an aber dann merke ich sofort den Effekt. Ich merke, wie gut es tut, mal – ganz ehrlich gesagt – nicht alles besser zu wissen. Wie unglaublich gut es ist, mich mal überraschen zu lassen, von diesem Menschen, von dem ich denke, ihn so unglaublich gut zu kennen.

Ich setze diese Erstes-Date-Brille auf und zweifel nichts an, was er sagt und übe mich nur in reinem Interesse und reiner Begeisterung und das ändert sofort etwas zwischen uns und etwas daran, wie ich ihm gegenüber trete. Und gleichzeitig fühlt er sich natürlich geschmeichelt und freut sich, dass ich mich so tief und ehrlich für ihn und für alles was er denkt, fühlt, sagt und tut interessiere. Für genau das eben, was im Alltag, in der Struktur und der Routine untergeht.

Und dazu möchte ich dir einladen. Probiere es mal selbst aus. Wende diese Technik mal in deiner Beziehung an: Setz dir die Erste-Date-Brille auf oder suche dir eine andere Situation, an die du dich gut erinnerst und von der du denkst, dass du deinem Partner in genau dieser Situation einfach so unglaublich offen und interessiert entgegen getreten bist, als es noch keine Sätze gab wie „Müssen wir das jetzt schon wieder diskutieren.“ Oder „Das hatten wir doch schon.“ Oder welche Art der Genervtheit auch immer eine Rolle in eurer Beziehung spielt.

Probier das mal aus – für 10 Minuten oder eine Stunde oder einen Tag.

Und du wirst merken, dass sich etwas verändert. Du wirst spüren, wie anders ihr dadurch miteinander umgeht. Und ich wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg dabei und ganz viel Liebe und frisches neues Interesse aneinander!

Ich hoffe du hast Lust bekommen, diese Übung mal selbst auszuprobieren und deinen Partner wieder durch neue Augen zu sehen. Wenn dir die Folge gefallen hat, lass mir sehr gerne eine Bewertung oder einen Kommentar auf Itunes da oder vernetz dich mit mir auf Instagram, du findest mich dort als Fernbeziehungsberaterin. Wenn du dir für die kommenden Folgen ein Thema wünschst, wenn du eine Frage an mich hast oder dich irgend etwas besonders interessiert, schreibe mir auch sehr gerne eine E-Mail an linda@psy-on.de – ich freue mich von dir zu hören und jetzt wünsche ich dir einen wunderschönen Tag und ganz viel Spaß mit der Übung!

Lass es dir gut gehen,

mach’s gut & bis bald,

deine Linda

 


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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

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