#014 Warum nicht immer dein Partner an allem schuld ist

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

#014 Warum nicht immer dein Partner an allem schuld ist

Wie du aus der Schuldzuweisung in die konstruktive Lösung kommst

 

Heute habe ich dir eine

Geschichte aus meiner eigenen Beziehung

mitgebracht, in der mein Partner und ich in einem Konflikt dazu geneigt haben, uns

gegenseitig die Schuld für den Streit in die Schuhe zu schieben

und anhand dieser Geschichte werde ich dir erklären, wie du von der Schuldzuweisung in die konstruktive Problemlösung kommst!

 

Du kannst die Folge direkt hier hören - oder auf Spotify & ITunes.

 

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Hier kannst du den Inhalt der Folge zudem als Blogpost nachlesen:

Hallo & herzlich Willkommen zum Paartherapie-Podcast – deinem Podcast für glückliche und erfüllte Beziehungen.

Mein Name ist Linda Mitterweger – ich bin Psychologin & Online-Paartherapeutin.

Heute habe ich dir eine Geschichte aus meiner eigenen Beziehung mitgebracht, in der mein Partner und ich in einem Konflikt dazu geneigt haben, uns gegenseitig die Schuld für den Streit in die Schuhe zu schieben und anhand dieser Geschichte werde ich dir erklären, wie du von der Schuldzuweisung in die konstruktive Problemlösung kommst!

Ich wünsche dir ganz viele neue Erkenntnisse und ganz viel Spaß mit dieser Folge.

 

Ich möchte mit dir heute über eine Situation sprechen, die mir oft in der Paartherapie begegnet, die ich aber auch aus meiner eigenen Beziehung kenne und die, denke ich, in vielen Beziehungen an der Tagesordnung ist.

Und zwar geht es heute um die Tatsache, dass in ganz vielen Beziehungen, wenn es zum Streit oder zu Unstimmigkeiten kommt, dieser Glaube vorherrscht,

einer der Partner sei daran schuld.

Einer der Partner habe diese Situation provoziert, habe sich so verhalten, dass es zu dieser Situation kommt.

Wie ist das bei dir, in deiner Beziehung, wenn es mal Streit gibt, wenn es mal einen Konflikt gibt. Schaut da jeder auf sich oder fallen da auch mal so Sätze wie

  • „Hättest du das und jedes nicht gesagt, wäre es jetzt nicht so weit gekommen.“ oder
  • „Jetzt streiten wir schon wieder wegen dir“?

Da liegt ein ganz einfacher Denkfehler zugrunde:

Viele Menschen denken, dass derjenige, der ein Thema auf den Tisch bringt, für Streit sorgt. Tatsächlich frage ich mich, was die Alternative ist. Sollen bestimmte Themen in Beziehungen einfach gar nicht besprochen werden? Sollen bestimmte Dinge ausgeblendet werden, um Streit zu vermeiden?

Das finde ich überhaupt nicht sinnvoll.

Wenn ein Partner das Bedürfnis hat, etwas zu besprechen, sollte es dafür Raum in der Partnerschaft geben.

Vielleicht sollte man ein bisschen darauf achten wann und in welchem Rahmen wichtige Dinge besprochen werden, beispielsweise jetzt nicht gerade zwischen Tür und Angel, aber jeder Partner muss die Möglichkeit haben, Dinge, die ihn bewegen, in der Beziehung anzusprechen.

Und warum es dann zum Streit kommt, ist eigentlich nicht wegen der Tatsache, die besprochen wird – ich geb dir gleich ein Beispiel dafür – sondern fast immer wegen der Reaktion, wegen der Gefühle, die ausgelöst werden.

Ich geb dir ein Beispiel aus meiner eigenen Beziehung:

Flo und ich hatten letztens folgende Situation: Flo kam nach Hause und hat mir eröffnet, dass er sich entschlossen hat, sich beruflich zu verändern – ich möchte jetzt gar nicht genauer darauf eingehen, was er verändern möchte – aber es war schon ein ganz schöner Schritt. Und er hatte sich das gut überlegt und rational gesehen wusste ich auch, dass das für ihn ein super Schritt ist und ne tolle Entwicklung und ich freu mich auch sehr für ihn. Gleichzeitig hat diese Entscheidung natürlich eine Auswirkung auf unser gemeinsames Leben, auf unsere Pläne und Ziele und damit direkt auf mich. Es kam jetzt nicht direkt zum Streit aber wir haben seine Entscheidung diskutiert und wir waren nicht in allen Punkten einer Meinung und dann kam es zum folgenden Punkt:

  • Flo war enttäuscht davon, dass ich nicht genauso euphorisch wie er diesen Schritt mit ihm gefeiert habe und
  • Flo war genervt, weil ich die Entscheidung kritisch hinterfragt habe.
  • Ich hab mich übergangen gefühlt und war überrumpelt, weil er von einem Tag auf den anderen so eine grundlegende Entscheidung getroffen hat

und die Diskussion wurde schnell etwas emotionaler und

  • Flo hat mir an den Kopf geworfen, ihn mit meinen Fragen unter Druck zu setzen und nicht so richtig an ihn und seine Idee zu glauben und
  • Ich habe ihm an den Kopf geworfen, die Sache ein bisschen falsch anzugehen und sich noch nicht genug Gedanken gemacht zu haben.

Und so waren wir in dieser Schleife, dass wir beide der Meinung waren, der Andere sei schuld an der Situation und sei vor allem schuld daran, dass wir jetzt gerade diesen Konflikt haben.

Und vielleicht kennst du auch so eine ähnliche Situation aus deiner eigenen Beziehung und welche Gedanken du dann vielleicht auch hast, ist so etwas wie:

  • Warum hat er dieses Thema jetzt auf den Tisch gebracht?
  • Jetzt streiten wir wegen ihm.
  • Warum versteht er mich und meine Gedanken und Einwände nicht?
  • Warum nimmt er mich nicht ernst?

Es gibt so viele verschiedene Gedanken, die in einer solchen Situation hoch kommen.

Und das spannende ist, wenn du dir diese Gedanken jetzt mal genauer anschaust:

  • In diesen Gedanken, die ich in dem Konflikt mit Flo hatte, war ich bei ihm und nicht bei mir.
  • Ich habe über ihn nachgedacht und nicht über mich.
  • Ich habe darüber nachgedacht warum er sich genau so verhält, wie er sich eben verhält und das ist ein ganz schwieriger Gedanke, denn
  1. Kann ich nicht in ihn hinein sehen und niemals mit Sicherheit wissen, warum er sich verhält, wie er sich verhält und
  2. ist dieser Gedanke auch gar nicht zielführend denn es geht ja nicht darum ihn zu verändern oder sein Verhalten, seine Gedanken zu verändern.

Im Umkehrschluss gibt es also nur eine gute Lösung, wenn ich denke, mein Partner sei schuld daran, wie sich eine Situation entwickelt hat oder dass wir jetzt in einem Konflikt sind:

Ich muss in mich gehen!

Ich muss mich in den Fokus nehmen.

Ich muss hinschauen, was bei mir da ist!

Und als ich das gemacht habe in der Situation, als ich mich mal gefragt hab:

  • Was sind gerade für Gefühle bei mir da?
  • Was ist eigentlich gerade wirklich mit mir los?
  • Was denke ich wirklich? Was fühle ich wirklich?

Da kam ich sehr, sehr schnell darauf, dass ich gar kein Thema mit dieser Entscheidung habe, die Flo getroffen hat. Sondern, dass ich einfach Angst vor der Entwicklung habe. Angst ist die Ursache des Konflikts. Angst war der Ursprung meines Verhaltens. Und diese Angst liegt in mir. Und allein schon deshalb kann ich ganz sicher sagen, dass Flo nicht schuld an diesem Konflikt war. Und auch ich war nicht schuld daran. Es gibt keinen Schuldigen. Es waren ganz normale, ganz grundlegende menschliche emotionale Prozesse, die da gestartet sind und die diesen Konflikt nach sich gezogen haben. In mir ist einfach die Angst vor dieser Veränderung aufgekommen, die Angst welche Auswirkungen seine Entscheidung auf unser Leben hat. Gerade eine berufliche Entscheidung hat immer finanzielle Auswirkungen.

Ich hatte einfach Angst.

Und das festzustellen, war so wichtig und so heilsam.

Denn ich konnte wieder ins Gespräch gehen und einfach zu ihm sagen:

„Ich stehe hinter dir und hinter deiner Idee und ich finde es super und ich glaube an dich und weiß, dass du das gut machen wirst. Und gleichzeitig habe ich unglaubliche Angst davon, was sich entwickelt und jetzt: Lass uns gemeinsam einen Plan schmieden, der dich deine Träume verwirklichen lässt und mir gleichzeitig genug Sicherheit bietet.“

Und Flo war der glücklichste Mensch, weil er verstehen konnte, was los war und weil er wusste, dass ich ihn unterstütze aber auch gleichzeitig erfahren hatte, was ich brauche um ihm gut unterstützen zu können, und das war Sicherheit.

Und deshalb zusammengefasst für dich, was du daraus lernen kannst – und was auch ich daraus gelernt habe -:

Wenn du in einem Konflikt steckst, von dem du denkst, dass dein Partner ihn ausgelöst hast durch etwas, was er gesagt oder getan hat, dann richte deine Aufmerksamkeit weg von deinem Partner und hin zu dir. Frage dich:

  • Was ist gerade mit mir los?
  • Was fühle ich?
  • Was haben seine Worte, seine Taten in mir ausgelöst?
  • Was brauche ich?

Und natürlich wäre das auch total hilfreich, wenn dein Partner das genauso machen würde, denn dann kann es euch gelingen, nicht mehr übereinander zu reden und euch gegenseitig die Schuld zuzuweisen, sondern dabei zu bleiben, was ihr jeweils braucht und wie es euch beiden jeweils geht.

Und dann seid ihr auf einem guten Weg weg vom Konflikt und der Schuldzuweisung hin zur konstruktiven Lösung.

 

Ich hoffe du konntest viel aus dieser kurzen & knappen Podcast-Folge mitnehmen. Ich hoffe du hast jetzt verstanden, warum keiner von euch beiden die Schuld daran trägt, wenn es zu einem Konflikt kommt und ich hoffe sehr, dass es dir in zukünftigen Konflikten gut gelingen wird, bei dir zu bleiben und darauf zu achten, was der Konflikt in dir auslöst! Keine Sorge – das braucht auch einfach Übung und ich bin ganz sicher, dass du das lernen kannst.

Wenn dir die Folge gefallen hat, gib mir gerne Feedback über eine Bewertung bei Itunes, schreib mir eine E-Mail an linda@psy-on.de oder schreib mir bei Instagram unter @Fernbeziehungsberatin!

Ich freu mich von dir zu hören, ich freu mich, mit dir in Kontakt zu treten und wünsche dir ganz viel Erfolg mit diesen neuen Erkenntnisse und einen wunderschönen Tag.

Lass es dir gut gehen,

Mach’s gut & bis bald,

deine Linda

 


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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

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