#047 I Extremsituationen in der Partnerschaft meistern

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Extremsituationen in der Partnerschaft meistern

10 Tipps um Corona, Krankheit & Co. gemeinsam durchzustehen

 

Heute gibt es Tipps von mir für dich!

Tipps, die dir helfen, Extremsituationen und herausfordernde Situationen in deinem Leben gut zu meistern – in deiner Beziehung und mit deinem Partner. Ich hoffe sehr, dass diese Tipps dich gerade jetzt auch gut unterstützen können – wenn du noch weitere Unterstützung benötigst, kontaktiere mich sehr gerne per Mail unter linda@psy-on.de!

Viel Spaß mit dieser Podcast-Folge.

 

Du kannst die Folge direkt hier hören – oder auf Spotify & ITunes.

 

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Unterstützung in Extremsituationen

 

Hier kannst du den Inhalt der Folge zudem als Blogpost nachlesen:

Hallo & herzlich Willkommen beim Paartherapie-Podcast – deinem Podcast für glückliche und erfüllte Beziehungen. Mein Name ist Linda Mitterweger – ich bin Psychologin & Online-Paartherapeutin und heute gibt es Tipps von mir für dich! Tipps, die dir helfen, Extremsituationen und herausfordernde Situationen in deinem Leben gut zu meistern – in deiner Beziehung und mit deinem Partner. Ich hoffe sehr, dass diese Tipps dich gerade jetzt auch gut unterstützen können – wenn du noch weitere Unterstützung benötigst, kontaktiere mich sehr gerne! Viel Spaß mit dieser Podcast-Folge.

 

Unterstützung in Extremsituationen

Ich bin im Zwiespalt: Einerseits denke ich, dass es gerade jetzt in dieser Phase, in der Corona so präsent ist und unser aller Leben so sehr beeinflusst, wichtig ist, sich auch beziehungstechnisch gut aufzustellen und andererseits glaube ich, dass es dir vielleicht ähnlich geht wie mir und der Wunsch nach anderen Themen als immer wieder Corona, der Wunsch nach Leichtigkeit, immer größer wird. Ich habe mich entschieden, den Podcast heute – in dieser einen Woche – dem Thema Corona zu widmen, um dich zu unterstützen in dieser Zeit, das Thema aber ein bisschen weiter zu fassen: Extremsituationen zu betrachten, herausfordernde Situationen in den Mittelpunkt zu rücken. Das kann so ein Virus sein, eine Quarantäne, das können aber auch Situationen sein wie Krankheit in der Familie, Arbeitslosigkeit, Existenzängste.

Tipps zur Bewältigung von herausfordernden Situationen

Ich möchte dir heute Tipps mitgeben, die dich in deiner Partnerschaft in solchen Extremsituationen unterstützen. Und zum Abschluss gibt es noch ein paar konkrete Corona- und Quarantäne-Tipps für dich und deine Beziehung. Ab nächster Woche ist dieser Podcast dann aber wieder Corona-frei und solltest du jetzt schon keine Lust darauf haben, empfehle ich dir, dich durch die fast 50 anderen Folgen zu klicken und dir da Tipps und Anregungen abzuholen.

Wie wir unter emotionalem Druck und Stress reagieren

Wenn wir mit Extremsituationen konfrontiert sind, wenn wir beispielsweise schlechte Nachrichten erhalten, um unsere Gesundheit oder unsere finanzielle Existenz bangen müssen, dann ist das purer Stress für unseren Organismus. Und der reagiert auf Stress mit einem ganz typischen Muster, dem sogenannten Fight – Flight – Freeze – Muster. Das bedeutet, dass wir in solchen enormen Stresssituationen die Wahl haben, zu kämpfen – körperlich oder verbal -, einzufrieren oder zu fliehen – im wahrsten Sinne des Wortes die Flucht zu ergreifen oder auch beispielsweise uns in Alkohol und Verdrängung zu flüchten. Welchen dieser drei Wege wir wählen, das wird ganz schnell und intuitiv entschieden, je nachdem zu welcher dieser Strategien wir schon unser Leben lang neigen. All unsere verfügbare Energie wird genutzt, um diese Strategie anzuwenden. Wir können nicht mehr klar denken, nicht mehr unseren gesamten Handlungsspielraum erkennen und sind völlig Angst- und Stressgesteuert.

 

Tipps um Corona Krankheit und Co gemeinsam durchzustehen

 

Deshalb lautet der erste Tipp ganz einfach erstmal

Tipp 1: Raus aus Fight – Flight – Freeze!

Du musst wieder ins aktive Handeln kommen, die Kontrolle übernehmen über deine Gedanken, deine Entscheidungen und deine Handlungen. Du musst wieder in deine Kraft kommen. Das ist der erste Schritt, bevor es überhaupt an die Arbeit in deiner Beziehung gehen kann. Damit du mit deinem Partner gemeinsam an einem Strang ziehen und gemeinsam mit ihm gute Entscheidungen treffen kannst, musst du aus deinem durch Stress gesteuerten Handeln in die Eigenverantwortung gehen. Was dir dabei helfen kann ist, wieder gute Routinen aufzubauen.

  • Ernähre dich gut und trinke genug Wasser.
  • Schlafe genug, gönne dir Ruhe, auch wenn dein Leben gerade stressig ist.
  • Baue dir Routinen auf, die dir helfen, wieder gut in deinem Körper anzukommen: Sport, Meditation, Yoga.
  • Ordne deine Gedanken, indem du sie aufschreibst. Beginne beispielsweise damit, Tagebuch zu schreiben oder zu Journaln.

All das hilft dir, Normalität aufzubauen auch in der Extremsituation und deinen Stresspegel zu senken – nur so kannst du überhaupt wieder aktiv Entscheidungen treffen und Situationen realistisch einschätzen.

Trotz des Stresspegels gut in Beziehung sein

Denn ganz oft führt der hohe Stresspegel in Extremsituationen dazu, dass wir nicht mehr sehr gut in Kontakt mit uns selbst sind. Mit unseren Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen. Dass wir nur noch von Stress getrieben sind. Dass Angst und Panik die überwiegenden Emotionen sind, obwohl jetzt gerade im Moment noch alles gut ist. Obwohl du sicher bist. Obwohl die Katastrophe vielleicht noch gar nicht eingetreten ist.

Deshalb ist es im zweiten Schritt wichtig,

Tipp 2: In Kontakt mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen kommen

Nehme dich selbst wieder wahr. Nehme deine Gefühle wahr. Nehme deine Bedürfnisse wahr, deine Gedanken. Werde dir wieder bewusst, dass du es bist, der die Gedanken steuert. Dass du wählen kannst, was du denkst. Fokussiere dich auf dich selbst. Fahre herunter, komme dir selbst wieder näher.

 

Extremsituationen in der Partnerschaft meistern

 

Was dir dabei helfen kannst ist,

  • dich von äußeren Einflüssen abzugrenzen.

Verzichte beispielsweise mal für eine gewisse Zeit, ein paar Stunden oder auch einen oder mehrere Tage, auf Information von außen, auf Nachrichten oder Social Media. Bleibe bei dir, lese ein Buch, sehe einen Film, der dir gut tut.

  • Grenze dich auch von anderen Menschen ab,

wenn du merkst, dass sie dir nicht gut tun. Wenn du dich in sozialen Situationen unwohl fühlst, wenn jemand ein Gespräch mit dir führen möchte, dass gerade nicht gut für dich ist, dich mit Fragen löchert, die dir nicht gut tun oder dich zu Aussagen oder Zustimmungen drängen will, sage:

„Ich brauche gerade Zeit für mich.

Ich brauche gerade Abstand.

Ich möchte dieses Gespräch gerade nicht führen.“

  • Komme zurück zu dir selbst.

Manchmal sind wir gedanklich und emotional so stark im Außen, dass wir den Kontakt zu uns selbst verlieren. Ein paar kleine Achtsamkeitsübungen können hier helfen, diesen Kontakt wieder herzustellen – zu dir selbst und deiner Intuition. Diese Achtsamkeitsübungen kannst du jederzeit und solange du möchtest durchführen – ganz, wie es dir gut tut.

  • Stelle deine Füße fest auf den Boden und spüre die Erde oder den Boden unter dir. Überlege, wie sich der Boden anfühlt: Kalt oder warm? Hart oder weich? Welche Teile deiner Füße berühren den Boden stark, welche nicht. Spüre deine Bodenhaftung – erde dich selbst. Wenn es dir schwer fällt, deine Füße am Boden zu spüren, kannst du einen Tennisball oder einen ähnlichen Gegenstand zu Hilfe nehmen und einen Fuß nach dem anderen darüber rollen. Spüre, wie sich der Druck anfühlt. Diese Übung hilft dir, dich mit der Erde und dir selbst zu verbinden und wieder gut in deinem Körper anzukommen.
  • Setze dich auch gerne bequem hin. Lege eine Hand auf deinen Bauch und atme tief ein und aus. So dass du spürst, wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt. Atme ganz in deinem Tempo und solange es angenehm für dich ist.
  • Du kannst auch deine Augen schließen und deinen Herzschlag spüren. Wenn du deinen Herzschlag nicht von alleine spürst kann es helfen, eine Hand auf dein Herz zu legen. Dein Herz und dein Herzschlag halten dich am Leben. Solange dein Herz schlägt ist alles gut.

Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Du darfst zur Ruhe kommen, du darfst ankommen und Kraft tanken in dir selbst.

 

Achtsamkeitsübungen helfen dir zur Ruhe zu kommen

 

Achtsamkeitsübungen helfen dir, zur Ruhe zu kommen

Wenn du wieder bei dir selbst angekommen bist, wenn du dich ruhig und im Moment angekommen fühlst, spüre in dich hinein:

  • Was spürst du?
  • Welche Gefühle sind da?
  • Wo fühlst du diese Gefühle?
  • Welche Gedanken sind jetzt gerade da?
  • Was brauchst du?
  • Was tut dir gut?

Nehme wahr, was du fühlst und was du denkst und dann

Tipp 3: Annehmen, Akzeptieren und Anerkennen

Alles, was du fühlst, hat seine Berechtigung. Alle Gedanken haben ihre Berechtigung. Kämpfe nicht gegen dich selbst, nehme alles wahr, nehme alles an. Die meisten deiner Gedanken und Gefühle versuchen, dich zu schützen. Und dabei sind wir so programmiert, dass wir die größtmögliche Sicherheit in den Dingen vermuten, die wir bereits kennen. Wir denken, wenn alles so bleibt, wie es ist, sind wir sicher. Wenn wir uns weiter verhalten, wie wir uns immer verhalten haben, sind wir sicher.

Extremsituationen gehen allerdings immer mit Veränderungen einher. Und Veränderungen im außen erfordern Veränderungen im Innen. Lass also neue Gedanken und neue Gefühle zu. Suche nach neuen Wegen und neuen Lösungen, die sich jetzt gut anfühlen.

Und hier kommt deine Beziehung ins Spiel:

Unterstützt euch gegenseitig.

Indem ihr euch annehmt und akzeptiert. Indem ihr in eurer Beziehung Raum schafft für alles, was gerade da ist. Indem ihr euch mitteilt, eure Sorgen und Ängste aber auch eure Gedanken, Gefühle und Erkenntnisse teilt.

Und indem ihr,

Tipp 4: Einander ernst nehmen

In neuen Situationen, für die wir noch gar keine Strategien haben, weil sie so nicht nie da waren, neigen wir zu ganz unterschiedlichem Verhalten.

  • Manche Menschen möchten sich mitteilen,
  • Andere die Situation eher verdrängen und so tun, als wäre nichts geschehen.
  • Manche Menschen lassen ihre Ängste und negativen Gefühle zu,
  • Andere versuchen sich zu positiven Emotionen zu zwingen.

Jeder Versuch, eine neu entwickelte Strategie anzuwenden, kommt aus dem Wunsch nach Sicherheit und Beständigkeit. In diesem Wunsch seid ihr euch einig. Diesen Wunsch teilt ihr. Verbindet euch also auf dieser Ebene; in dem Wunsch nach Sicherheit und Beständigkeit und unterstützt euch, so gut es geht, dabei.

  • Schenkt euch gegenseitig Aufmerksamkeit.
  • Nehmt die Bedürfnisse des anderen wahr.
  • Nehmt den Anderen an, akzeptiert seine Gefühle und
  • versucht nicht, sie ihm abzusprechen.

In Extremsituationen könnt ihr euch in Hingabe und Annehmen üben. Darin, euch zu akzeptieren, mit allem was ihr seid und zu erfahren, auch diese Akzeptanz entgegen gebracht zu bekommen.

 

Trotz Stresspegel gut in Beziehung sein

 

Nehmt euch an mit eure Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen

Und weil das jetzt vielleicht ein bisschen abstrakt war, hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:

  • In Extremsituationen mangelt es uns an Sicherheit und Beständigkeit. Wir können nicht auf unsere üblichen Strategien und Routinen, die uns Sicherheit geben, zurück greifen und entwickeln deshalb neue, rudimentäre Strategien:
  • Wir reagieren mit Fight, Flight oder Freeze: Indem wir die Situation verbal oder körperlich bekämpfen, verstummen und warten, bis die Situation vorüber ist, oder flüchten – real oder im übertragenen Sinn.
  • Wichtig ist es jetzt, diesen Kreislauf der Handlungsunfähigkeit zu verlassen und wieder aktiv zu werden: Herr über unsere Gedanken und Gefühle zu werden.
  • Dabei hilft es, mit uns selbst gut in Kontakt zu kommen, indem wir uns von negativen Reizen durch zu viel Information oder die Meinung anderer Menschen abschirmen, und wieder mit uns selbst in Kontakt kommen: Körperlich und psychisch.
  • Hierbei helfen Achtsamkeitsübungen und Selbstreflektion.
  • Um in dieser Zeit gut in Beziehung bleiben ist es wichtig, sich mit dem Partner zu verbinden. Die eigenen Gedanken und Gefühle mitzuteilen und die Akzeptanz des Partners zu erleben, dem Partner aber umgekehrt auch genau dieses Gefühl des Annehmens und der Akzeptanz zu vermitteln.
  • So bleibt ihr gemeinsam handlungsfähig und trotz herausfordernder Umstände gut miteinander in Kontakt und in Beziehung.

Verhaltenstipps für Paare in der Zeit des Corona-Virus

Und weil einige Paar jetzt, in der Zeit des Corona-Virus, sogar sehr intensiv miteinander in Beziehung bleiben müssen – gemeinsam im Homeoffice oder sogar in der Quarantäne – habe ich jetzt noch ein paar Tipps gesammelt, die euch jetzt helfen können, diese Zeit nicht nur gut miteinander zu überstehen sondern sogar daran zu wachsen.

Eine Extremsituation wie diese, erfordert viel ab. Möglicherweise habt ihr bisher nur einige wenige Stunden täglich gemeinsam zu Hause verbracht, wart viel unterwegs, sozial und beruflich gut eingebunden, und seid jetzt gezwungen, Tag für Tag gemeinsam zu Hause zu verbringen, ohne viel persönlichen Kontakt nach außen, ohne Routinen, ohne Ablenkung im Büro oder beim Sport. Eine ungewohnte Situation.

Neue Situationen erfordern neue Verhaltensweisen

Diese Situation kann herausfordern – extrem herausfordern – oder ihr könnt davon profitieren. Es hängt davon ab, wie ihr eure Beziehung bisher gesehen und gelebt habt. Paare, die gut und harmonisch miteinander sind und gerne Zeit zusammen verbringen, freuen sich womöglich sogar darauf, so viel gemeinsame Zeit zu verbringen, 24/7 zusammen zu sein und jede Stunde des Tages miteinander zu teilen. Anders geht es wohl Paaren, die wissen, dass es einige ungeklärte Themen gibt. Dass einige Konflikte schwelen, dass es Defizite in der Beziehung gibt, die bisher nicht bearbeitet wurden und im Alltag auch ganz gut runtergeschluckt werden. Solche Paare hegen jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit ungute Vorahnungen auf die gemeinsame Zeit.

 

Wie wir unter emotionalem Druck und Stress reagieren

Seht die Chancen in dieser Herausforderung

Ich möchte euch einladen, diese besondere Zeit jetzt als Chance zu sehen:

Als Chance, diese Themen anzugehen und als Chance, näher zusammen zu wachsen und die Beziehung zu nähren. Miteinander übereinander zu lernen.

Tipp 1: Geht Defizite in eurer Beziehung an

…und zwar konstruktiv. Nutzt diese Zeit als Chance, eure Beziehung zu verbessern. Denn wenn ihr bisher bereits unterschwellig auf eine Trennung zugesteuert habt, wird euch diese lange gemeinsame Zeit die Defizite eurer Beziehung noch deutlicher vor Augen führen. Falls ihr euch gegen eine Trennung und für die Arbeit an eurer Partnerschaft entscheiden möchtet, ist jetzt die Zeit es anzugehen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Jetzt habt ihr gemeinsame Zeit. Ohne Ablenkung. Ohne Unterbrechung.

Wenn ihr merkt, dass es gravierende unterschwellige Konflikte in eurer Partnerschaft gibt, die euch jetzt ganz besonders zu schaffen machen, und die ihr nicht alleine lösen könnt – lasst euch unterstützen! Viele Paartherapeutinnen und –therapeuten bieten in der aktuellen Phase Telefonberatung und Telefonsprechstunden an und auch ich biete euch nach wie vor die Möglichkeit zu Online-Paartherapie und –beratung über Videochat. Kontaktiert mich sehr gerne, wir können zeitnah einen Termin vereinbaren und ich unterstütze euch dabei, diese Situation gut zu meistern. Durch einen neutralen Blick von außen und durch viele Techniken und Strategien.

Tipp 2: Seid gut im Kontakt

Was uns bewegt und beschäftigt beeinflusst maßgeblich unser Verhalten. Deshalb ist es so wichtig, uns gerade in dieser herausfordernden Zeit gut mitzuteilen. Die eigenen Gedanken und Emotionen mitzuteilen. Dem Partner zu erklären, was gerade in dir vorgeht. Wenn du berufliche, finanzielle, existenzielle Ängste hast, wird sich das in deinem Verhalten widerspiegeln und dein Partner wird es möglicherweise nicht einordnen können. Öffne dich also, teile dich mit! Und frage auch immer wieder bei deinem Partner nach, was ihn bewegt und womit er sich beschäftigt. Nehmt euch Zeit für Gespräche über Sorgen, sucht gemeinsam Lösungswege. Lebt miteinander statt nur nebeneinander her.

Tipp 3: Bewahrt die Ruhe

In Extremsituationen wie diesen, sind wir oftmals ohnehin sehr angespannt. Was es jetzt nicht braucht ist zusätzliche Belastung. Feindet euch also nicht an, macht euch nicht gegenseitig für Dinge verantwortlich, für die keiner von euch etwas kann. Lasst eure Sorgen, eure Ängste und eure Launen nicht aneinander aus. Versucht, so gut es geht, die Ruhe zu bewahren. Gut im Kontakt mit den eigenen Emotionen zu sein, kann helfen. Sich dem Partner nicht erst dann mitzuteilen, wenn die Sorgen existenziell geworden sind, sondern einander gut auf dem Laufenden halten. Eure Beziehung wird jetzt nicht von selbst laufen, ihr müsst etwas dafür tun. Ihr müsst euch bemühen, Verständnis erzeugen und euch aktiv in Akzeptanz füreinander üben.

 

Tipps zur Bewältigung von herausfordernden Situationen

 

Akzeptanz benötigt es auch im nächsten Punkt

Tipp 4: Akzeptiert euer Nähe-Distanz-Bedürfnis

Nicht jeder Mensch kann ununterbrochen nah sein. Jede Person hat ein ganz eigenes Nähe-Distanz-Bedürfnis. Das hat nichts mit der vorhandenen oder fehlenden Liebe füreinander zu tun. Jetzt zu erkennen, dass gerade auch Zeit für sich selbst benötigt wird, ist so wichtig! Das ist ein grundlegender Teil der Selbstfürsorge, die euch jetzt gut durch diese Zeit bringen wird. Nähe kann herausfordernd sein für Menschen mit großem Distanzbedürfnis. Zu erkennen, dass du ab und zu Distanz benötigst ist in der aktuellen Situation der Schlüssel zum Glück für deine Partnerschaft. Denn wenn du die Distanz einhältst, die du benötigst, wirst du auch besser in der Beziehung sein und bewusst wieder Nähe suchen. In Quarantäne kann Distanz schwierig werden. Hier ein paar Vorschläge, die helfen können:

  • Sich für einige Zeit des Tages in unterschiedlichen Räumen aufhalten
  • Bewusst telefonischen Kontakt zu außenstehenden Menschen, z.B. Freunden, Familie oder Kollegen, suchen
  • Bereits am Abend vorher die Gestaltung des nächsten Tages besprechen und sich bewusst Zeiträume für Zeit mit sich selbst einplanen
  • Getrennte Aktivitäten in den eigenen vier Wänden unternehmen; das kann auch mal heißen, gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen aber auf zwei verschiedenen Geräten zwei verschiedene Filme zu sehen oder zu verschiedenen Zeiten für sich selbst zu kochen und alleine zu essen, obwohl der andere auch da ist.

Seht einfach, was da gut für euch ist! Wichtig ist nicht nur, den Aufgaben im Homeoffice und den Beziehungsansprüchen gerecht zu werden, sondern auch noch Zeit für sich selbst einzuplanen.

Tipp 5: Qualität statt Quantität in der gemeinsamen Zeit

Überlegt euch, was ihr gerne gemeinsam erleben wollt und wie ihr die gemeinsame Zeit gestalten wollt. Macht eine Liste an Indoor-Aktivitäten, beispielsweise von Filmen, die ihr gemeinsam sehen wollt, Spielen, die ihr spielen wollt oder Gerichten, die ihr kochen wollt. Vielleicht gibt es auch Projekte, beispielsweise die Umgestaltung eurer Wohnung oder des Balkons oder der große Hausputz, der schon länger ansteht. Überlegt euch, was ihr gemeinsam erleben wollt. Nehmt euch Zeit für diese Dinge und erlaubt euch aber auch, Freiräume außerhalb dieser gemeinsamen Aktivitäten, die jeder so gestalten darf, wie es für ihr passt.

Dabei helfen kann auch

Tipp 6: Etabliert Routinen

Sicher war euer Leben vor Corona, vor der sozialen Isolation und vor Zeiten der Quarantäne durch Routinen geprägt. Überlegt, wie ihr diese Routinen in euren neuen Alltag integrieren könnt. Ein paar Beispiele:

  • Statt Fitnessstudio gibt es ab jetzt tägliche Home-Workouts
  • Statt Restaurant-Besuche könnt ihr euch Essen liefern lassen oder selbst kochen
  • Statt Kino ein gemütlicher Film-Abend mit selbst gemachtem Popcorn
  • Statt dem Besuch in der Bar mit Freunden, ein Glas Wein über Videochat genießen und sich austauschen

Für viele Aktivitäten, die ihr sonst gewöhnt seid, gibt es Indoor-Alternativen. Versucht, euren Tag ähnlich zu strukturieren wie sonst und nicht allzu sehr aus dem Rhythmus zu geraten. Oder etabliert ganz neue Strukturen und Routinen – denn die geben gerade in Zeiten wie diesen die nötige Sicherheit.

Und auch diese Phase wird vorbei gehen, davon bin ich überzeugt.

Ich wünsche dir bis dahin alles Gute!

 

Danke, dass du wieder dabei warst bei dieser Sonderfolge im Paartherapie-Podcast. Ich hoffe die Tipps helfen dir, die aktuelle Extremsituation gut zu meistern. Wenn du dir mehr Unterstützung wünschst, lass es mich gerne wissen – per E-Mail an linda@psy-on.de. Ich unterstütze dich wirklich gerne.

Lass es dir gut gehen,

mach’s gut und bis bald,

deine Linda

 

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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

Ich helfe Menschen eine glückliche und erfüllte Partnerschaft zu leben – in Nahbeziehung und auch in Fernbeziehungen, trotz der Distanz. Ich selbst habe bereits viele Jahre Fernbeziehungen geführt und kenne die Herausforderungen, die diese Beziehungsform bietet – aber auch die Chancen. Mit meiner Unterstützung kannst du die Kommunikation und Offenheit in deiner Beziehung stärken und so gute Lösungen für die Herausforderungen finden, die sich dir in deinem Leben und in deiner (Fern-)Beziehung stellen. Neben der Fernbeziehungsberatung biete ich Online-Paartherapie über Videochat an. Kontaktiere mich für deine 90-minütige Power-Session oder verabrede direkt online deinen nächsten Termin.


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