#102 | Was du tun kannst, wenn dein Partner dir nicht zuhört!

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Was du tun kannst, wenn dein Partner dir nicht zuhört!

4 Tipps, um sich in der Beziehung Gehör zu verschaffen

 

Heute gebe ich dir 4 Tipps mit, die dir dabei helfen, dir in deiner Beziehung Gehör zu verschaffen. Viele Menschen berichten mir, dass sie sich in ihrer Beziehung nicht gesehen, gehört oder verstanden fühlen. Mit den heutigen Tipps kannst du das ändern!

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg dabei.

 

Du kannst die Folge direkt hier hören – oder auf Spotify & ITunes.

 

Trage dich sehr gerne unverbindlich auf die Warteliste für meine sechs Selbstlernkurse ein – deine Paartherapie für Zuhause.
Der erste Kurs zum Thema Kommunikation erscheint bereits im Juni.
Mehr Informationen erhältst du hier.

In meinem kostenlosen Mitgliederbereich wartet ein Workbook für deine Beziehung zum Download auf dich. Außerdem findest du dort einen kostenlosen 4-teiligen Online-Kurs & weitere Literaturempfehlungen rund um das Thema Partnerschaft & Paartherapie. Alle neuen Informationen gibt es dort zuerst!

 

Kommunikation suchen

Hier kannst du den Inhalt der Folge zudem als Blogpost nachlesen:

 

In vielen Beziehungen schleicht es sich über die Zeit ein, sich weniger Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Weniger in Kontakt zu sein. Weniger zu sprechen und sich auszutauschen und aber auch die Dinge, die gesagt werden, weniger intensiv wahrzunehmen.

Vielleicht kennst du das auch aus deiner Beziehung:

Das Gefühl, nicht gehört und nicht verstanden zu werden.

Das kann sich beispielsweise darin zeigen, dass

  • dein Partner Absprachen nicht einhält oder sich gar nicht erinnern kann, Absprachen getroffen zu haben,
  • dass er im Gespräch immer wieder abschweift oder sich bewusst ablenkt, z.B. mit seinem Handy oder Blicken aus dem Fenster oder in den Fernseher,
  • dass du auf Fragen, die du stellst keine Antworten erhältst sondern Schweigen entsteht.

Um hier mal drei typische Beispiele zu nennen.

All das sind Konsequenzen auf der Verhaltensebene

Aber natürlich gibt es das noch die – für die Beziehung sehr viel relevanteren – Konsequenzen auf der emotionalen Ebene.

Wenn wir uns nicht gehört und gesehen fühlen,

  • fühlen wir uns in der Beziehung möglicherweise einsam und ungeliebt,
  • zweifeln wir an den Gefühlen des Partners
  • und es stellt sich eine Wut oder Hilflosigkeit ein: Das Gefühl, der Situation ausgeliefert zu sein.

Vielleicht kennst du das aus deiner Beziehung.

Es ist absolut verständlich, dass wir nicht zu jeder Zeit gleich aufnahmefähig sind.

Wenn beispielsweise große Projekte im Job anstehen, wenn die Kindererziehung herausfordernd ist, wenn es finanzielle Probleme gibt kann es schon mal sein, dass der Partner gerade kein Ohr für die eigenen Sorgen hat.

Und trotzdem ist es wichtig, mit den eigenen Anliegen gehört zu werden.

Ich teile jetzt vier Tipps mit dir, damit dir zukünftig besser Gehör geschenkt werden kann, wann immer das für dich wichtig ist.

Tipp 1: Öffne den Raum für ein Gespräch

Sicher kannst auch du gut nachvollziehen, dass man nicht immer gleich aufnahmefähig ist. Dass es Zeiten gibt, in denen es leichter fällt, dem Partner Gehör zu schenken und solche in denen die eigenen Themen viel Raum einnehmen.

Es ist also im ersten Schritt extrem wichtig zu überprüfen, ob der Raum für ein Gespräch gerade gegeben ist – ob er offen ist.

Generell gibt es im Tagesablauf jedes Paares Zeiten, in denen so ein Gesprächsraum eher geöffnet ist und solche, in denen die Kapazitäten knapp sind. Vielleicht habt ihr morgens ein gemeinsames Frühstück, bei dem es sich lohnt, wichtige Themen anzusprechen, die dir auf dem Herzen liegen. Oder ihr seid morgens eher knapp dran und nach dem Aufstehen direkt aus der Tür. Dann ist das wohl keine Zeit, in der sich Gesprächsräume ergeben und es bietet sich für euch ein Gespräch am Wochenende an.

Das Ziel ist, einen Raum zu finden, in dem du gut gehört werden kannst.

Ich weiß, dass es schwer sein kann zu akzeptieren, dass der Partner nicht immer und zu jeder Zeit ein offenes Ohr für deine Themen und Probleme hat. Wenn es dir gelingt, diese Tatsache anzunehmen, bietet dir das in jedem Fall die Chance, deine Energie auf das zu lenken, was wirklich nützlich ist: Räume zu finden, in denen ihr euch gut austauschen könnt.

Einerseits kannst du euren Tagesablauf analysieren und dir alleine – oder besser noch: Gemeinsam mit deinem Partner – überlegen, wann ihr gut in Kontakt kommen könnt.

Andererseits macht es Sinn jedes Gespräch, bei dem du gerne gehört werden möchtest, mit der Frage einzuläuten:

„Hast du gerade Zeit & Energie? – ich möchte etwas mit dir besprechen!“

Denn dieser Türöffner schützt dich im ersten Schritt vor groben Enttäuschungen und davor, deine Energie zu verschwenden wenn es sowieso keine Chance gibt, gehört zu werden.

Wenn du bemerkst, dass es gerade Raum für dein Gesprächsthema gibt, kannst du durch einen weiteren Schritt dafür sorgen, in diesem Gespräch auch zu bekommen, was du dir wünschst.

Tipp 2:  Formuliere ein konkretes Anliegen

Ich höre so oft, dass Paare in der Kommunikation Enttäuschungen erleben weil beispielsweise ungefragte Ratschläge gegeben werden oder die Reaktion des Partners nicht den Erwartungen entspricht.

Überlege dir vor dem Gespräch, was du gerade brauchst!

Typische Reaktionen, die wir uns häufig aus Gespräche erwarten sind beispielsweise

  • Zustimmung & Unterstützung,
  • Einen Lösungsvorschlag,
  • Trost & liebevolle Worte,
  • Aufmunterung oder einen Liebesbeweis.

Und es gibt noch viele Reaktionen mehr, die wir uns erhoffen können und von denen wir – unausgesprochen erwarten -, dass unser Partner sie uns entgegen bringt.

In den meisten Fällen führt die unausgesprochene Erwartung zu Enttäuschung.

Überlege dir also vorher:

  • Was wünschst und erhoffst du dir von deinem Partner als Reaktion?
  • Wodurch würdest du dich gehört fühlen?
  • Wie müsste dein Partner reagieren, damit du sicher weißt, dass er dich verstanden hat?

Und wenn du erkennst, dass du dir beispielsweise Unterstützung oder Trost  wünschst, frage dich im nächsten Schritt:

  • Wodurch würde ich mich unterstützt fühlen?
  • Wenn mein Partner sich wie verhält, fühle ich mich getröstet?
Formuliere dein Anliegen so konkret wie möglich und vermeide Enttäuschungen!

Sicher bist du dir auch im Klaren darüber, dass nicht jedes Gespräch die gleiche Relevanz hat.

Die Information, dass dein Partner noch eine Rechnung überweisen muss oder den Termin mit dem Babysitter bestätigen soll, ist sicher relevanter als das Gespräch darüber, wie sehr der Kollege heute genervt hat oder wie schön die Rosen im Garten blühen.

Wenn wir über viele Dinge sprechen ist die Gefahr umso größer, mit den wichtigen Inhalten nicht gehört zu werden – und auch dagegen kannst du etwas tun.

Tipp 3: Mache deutlich, welche die wichtigen Inhalte sind!

…und überprüfe, ob du mit diesen Inhalten wirklich gehört wurdest.

Wie du zukünftig wichtige Inhalte markieren kannst, besprichst du am besten mit deinem Partner, damit ihr beide die gleiche Sprache sprecht.

Generell kann es aber hilfreich sein, ein Signal oder Zeichen dafür festzulegen oder einfach – so mache ich das in meiner Beziehung – zu sagen:

„Ich möchte mit dir noch über ein wichtiges Thema sprechen. Dafür brauche ich deine ganze Aufmerksamkeit. Geht das gerade bei dir? Hörst du mir zu?“

Klingt vielleicht ein bisschen wie in der Schule, vermeidet aber zuverlässig Missverständnisse und das ist es mir allemal wert.

Es kann auch hilfreich sein, danach nochmal gemeinsam zu wiederholen, was besprochen wurde – im Sinne von: „Sind wir uns jetzt beide klar und einig darüber, wie wir die Situation lösen oder was die nächsten Schritte sind?“

Diese einfachen Absprachen sorgen für Klarheit und dafür, dass du mit den wichtigsten Themen ganz sicher gehört wirst.

Wichtig ist – wie in so vielen anderen Themen auch – ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass jeder Mensch sein ganz eigenes Konzept davon hat, was es bedeutet, zuzuhören und auch davon, was es bedeutet, gehört zu werden.

Dass wir verschiedene Konzepte haben, wird sich so schnell nicht ändern!

Sich über die eigenen Konzepte bewusst zu werden und Klarheit darüber zu erlangen, dass mein Konzept nur ein mögliches Konzept und nicht das allgemeingültige ist, sorgt für mehr Verbindung und Verständnis. Und es öffnet mich dafür, die Konzepte meines Partners zu ergründen, zu verstehen und über ihn zu lernen.

Deshalb zum Abschluss…

Tipp 4: Klärt, wodurch ihr euch verstanden fühlt!

Folgende Fragen können euch helfen und einen Austausch anregen:

  • Was bedeutet Verständnis für euch?
  • Was bedeutet einander Zuhören für euch?
  • Wie habt ihr es in eurer Herkunftsfamilie erlebt?
  • Wurde in der Herkunftsfamilie viel Verständnis gezeigt oder was das eher selten der Fall?
  • Wann habt ihr euch in eurer Partnerschaft schon einmal vollkommen verstanden gefühlt?
  • Und wie hat sich euer Partner damals verhalten?
  • Wann hat er euch einmal richtig gehört?
  • Was hat er getan, das euch zu verstehen gegeben hat, dass er euch voll und ganz versteht und hört?
  • Wodurch fühlt ihr euch generell gut verstanden und gehört?

Nehmt diese Fragen und eröffnet einen Austausch.

Nicht, weil es in diesem Thema richtige oder falsche Antworten gibt, sondern um übereinander zu lernen und zukünftig dafür zu sorgen, dass ihr beide euch so richtig gut verstanden fühlt!

Zuhören in der Partnerschaft

Danke, dass du in dieser Folge wieder mit dabei warst.

Ich hoffe, dass die vier Tipps dieser Podcast-Episode dir dabei helfen, zukünftig mehr Verständnis in deiner Beziehung zu erwirken und zu erfahren wie es ist, wenn dein Partner dir seine Aufmerksamkeit schenkt und zuhört.

Ich wünsche dir, dass du gehört wirst und ich wünsche dir, dass du lernst, deinen Partner zu hören. Weil genau das eure Beziehung unheimlich stärken und unterstützen kann.

Ich freue mich, wenn du in der nächsten Wochen wieder mit dabei bist – nächste Woche gibt es auch wieder ein neues Coaching-Tool für dich im Mitgliederbereich.

Lass es dir gut gehen,

mach’s gut & bis bald!

Deine Linda


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.