#106 I Drei Fragen für Tiefe & Perspektive in deiner Beziehung

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Drei Fragen für Tiefe & Perspektive in deiner Beziehung

Sich wirklich begegnen und die Partnerschaft gestalten

 

Heute stelle ich dir drei Fragen, die du im besten Fall mit deinem Partner besprichst.

Das Ziel der Fragen besteht darin, in Kontakt und Verbindung zu kommen, Tiefe in der Beziehung herzustellen und gemeinsam nach Perspektiven zu suchen.

Ich wünsche dir viel Spaß & viele neue Erkenntnisse aus dieser Reflektion.

 

 

Du kannst die Folge direkt hier hören – oder auf Spotify & ITunes.

 

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Partnerschaft wirklich gestalten

 

Hier kannst du den Inhalt der Folge zudem als Blogpost nachlesen:

 

Ich weiß, dass diese Podcast-Folgen, in denen du selbst arbeiten und Fragen beantworten musst, etwas anstrengend sein können. Aber ich glaube ganz fest daran, dass wir das größte Wachstum über die eigene Reflektion erlangen. Tipps von außen sind gut & schön – ich teile hier ja oft genug welche. Aber Ich glaube, dass die meisten Antworten tatsächlich schon in dir sind. Und ich glaube, dass jedes Paar seinen ganz eigenen Weg finden muss. Und dafür müssen wir in uns hinein hören und uns die richtigen Fragen stellen. Und das übernehme ich heute für dich: Ich stelle dir Fragen.

Am besten hörst du diese Podcast-Folge gemeinsam mit deinem Partner oder jeder hört sie für sich. Ihr könnt die Fragen auch einfach rausschreiben oder auf meinem Blog nachlesen und dann nehmt ihr euch am besten etwas Zeit füreinander und setzt euch mit den Fragen auseinander.

Es geht um Reflektion und das bedeutet: Es gibt keine falschen Antworten.

Alles was kommt, ist richtig. Vielleicht entwickelt sich euer Gespräch weg von den Fragen und ihr sprecht über ganz andere Dinge – dann ist auch das gut so. Vielleicht bleibt ihr auch ganz eng am Skript und arbeitet euch Frage für Frage vor. Auch das ist vollkommen richtig. Ihr könnt nichts falsch machen. Vielleicht fallen euch die Fragen leicht und ihr seid einer Meinung in den meisten Punkten – dann ist das wunderbar. Vielleicht zeigen euch die Fragen auch eure Unterschiedlichkeit auf und weisen euch auf Themen hin, in denen es Konfliktpotenzial gibt und in denen Lösungen gefunden werden müssen. Dann habe bitte keine Angst vor der Konfrontation. Die Unterschiedlichkeit ist sowieso da. Durch die Fragen wird sie sichtbar gemacht und eröffnet euch so die Möglichkeit für Entwicklung – und das ist besser als Stillstand und sich Ausschweigen, besser als unter den Teppich kehren.

 

Welche Perspektive habe ich für dich im Angebot

 

Soviel zur Einleitung und jetzt kommen wir schon zu den Fragen.

Diese drei Fragen sind mir letzten in der Arbeit mit meinen Klienten gekommen. Ein Klientenpaar befasste sich mit dem Thema der Zukunftsperspektive und damit, was sie einander geben können, wie viel sie aber auch von einander erwarten dürfen.

Oftmals denken wir, dass der Partner, wenn wir uns füreinander entschieden haben, uns etwas schuldig ist. Unsere Träume zu verwirklichen beispielsweise. Oder unsere Bedürfnisse zu bedienen.

Das stimmt so nicht. Wir haben darauf kein Recht.

Im besten Fall bedienen wir die Bedürfnisse des anderen und werden bedient. Im besten Fall teilen wir unsere Träume und verwirklichen sie gemeinsam. Aber das ist längst nicht in jeder Beziehung der Fall und das ist auch nicht nötig.

Nicht, so lange wir keine Erwartungshaltung an den Tag legen sondern ganz deutlich unterscheiden zwischen dem, was wir geben können, dem, was wir brauchen und dem, was wir uns für die Zukunft anbieten können. Und dabei helfen die Fragen.

Frage 1: Wer bist du für mich?

Sammle alles, was dein Partner für dich darstellt. Was er dir bereits gegeben hat und kontinuierlich gibt. Was du von ihm gelernt und erfahren hast. Womit er dich inspiriert und dein Leben bereichert hat. Begegne ihm in Dankbarkeit für all diese Dinge.

Du hast kein Recht darauf, irgendetwas von ihm zu erhalten. Er ist dir nichts schuldig.

Aber alles, was du bekommst, ist ein Geschenk. Sehe es als genau dieses an.

Tauscht euch aus darüber, wer der andere für euch ist. Wer ihr füreinander seid.

Das ist kein Aufwiegen – ihr müsst nicht das gleiche füreinander sein oder gleich viel, gleich bedeutsam. Alles was hier kommt, ist ein Plus. Ein Geschenk, das ihr erleben dürft.

 

Wer möchte ich für dich sein

 

Und vielleicht stellst du fest, dass dein Partner ganz andere Dinge von dir bekommen hat – dass du jemand ganz anderes für ihn bist – als du das eigentlich beabsichtigt hast.

Dann nimm dir jetzt die zweite Frage vor:

Frage 2: Wer möchte ich für dich sein?

Wie möchtest du wahrgenommen werden? Womit möchtest du gesehen werden? Mit welchen Eigenschaften oder Handlungen? Was soll dein Partner unbedingt von dir wissen? Wie dich wahrnehmen? Was über dich denken oder erzählen? Wer bist du in deinem Kern?

Wenn du feststellst, dass all die Dinge, die du sein möchtest, aktuell noch nicht wahrgenommen werden, dann sehe diese Übung als Chance: Du hast kein Recht darauf, dass dein Partner all diese Dinge in dir erkennt aber durch das Gespräch darüber, wer du sein möchtest und wie du wahrgenommen werden möchtest, kannst du die Aufmerksamkeit deines Partners auf Aspekte deines Seins lenken, die bisher noch nicht wahrgenommen wurden. Und auch du kannst Seiten an deinem Partner erkennen, die dir bisher verborgen blieben.

Ihr lernt nie übereinander aus. Betrachtet euch heute einmal durch neue Augen.

Und dann wendet euch der dritten Frage zu:

Frage 3: Welche Perspektive habe ich für dich im Angebot?

Was kann ich mir für die Zukunft vorstellen?

Für mich – für dich – und für uns gemeinsam.

Was ist mir für mich wichtig und was für unsere Partnerschaft? Wer möchte ich sein und was möchte ich tun mit der Zeit, die ich noch haben werde?

Was kann ich mir mit dir vorstellen und welches Angebot kann ich dir machen?

Wofür stehe ich zur Verfügung?

Du wirst beim Austausch über diese Frage vielleicht feststellen, dass eure Antworten sich gegenseitig befruchten und gemeinsam wachsen. Hier ist ein Raum, alles zu sagen und von allem zu träumen. Hier ist ein Raum für Wünsche und Möglichkeiten.

 

Drei Fragen für Tiefe und Perspektive

 

Wir haben kein Recht auf die Zukunft des anderen. Wir haben kein Recht auf seine Zeit oder Energie. Aber wenn er gewillt ist, seine Zeit und Energie mit uns zu teilen, dann kann er ein Angebot machen und du hast das Recht alles dir Angebotene anzunehmen oder auch auszuschlagen. Und natürlich auch anders herum: Du kannst deinem Partner alles anbieten, was du dir vorstellen kannst. Und vielleicht wird er eines oder mehrere deiner Angebote annehmen.

Angebote können wie folgt aussehen:

  • Ich könnte mir vorstellen, eine große Reise mir dir zu machen.
  • Ich könnte mir vorstellen, eine Familie mit dir zu gründen.
  • Ich kann dir anbieten, dir mehr Zeit für dich zu nehmen und dir den Rücken freizuhalten.
  • Ich kann mir vorstellen, mehr Zeit in unser gemeinsames Hobby zu investieren.
  • Ich kann dir anbieten, mehr Aufgaben im Haushalt zu übernehmen.
  • Ich könnte mir vorstellen, deinen Traum von der Abendschule zu unterstützen indem ich dir anbiete, einen größeren Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen.

All das können Angebote sein – mehr oder weniger konkret.

Der Unterschied zwischen einem Angebot und einer Forderung besteht in der Freiwilligkeit. Denn auch wenn es sich nicht immer so anfühlt: Eine Partnerschaft ist eine frei gewählte Bindung. Und nur wenn sie frei bleibt, können wir uns frei in ihr fühlen und nicht eingesperrt oder perspektivlos.

Nehmt diese Frage mit. Nehmt sie euch vor, wann immer ihr den Wunsch nach Tiefe oder Perspektive empfindet. Eure Beziehung wird nie aufhören, sich zu entwickeln. Ihr werdet nie aufhören, euch zu verändern. Hört nicht auf, euch gegenseitig kennen zu lernen.

Alles Gute dabei!

 

Wer bist du für mich

 

Ich hoffe die drei Fragen haben dir dabei geholfen, Tiefe & Perspektive in deiner Partnerschaft zu finden. Ich hoffe ihr habt euch aus neuen Augen betrachtet und seid euch klar darüber geworden, wer ihr füreinander seid und wer ihr vielleicht sonst noch sein wollt. Euch stehen alle Türen offen. Ihr könnt jetzt anfangen, etwas zu verändern. Nutzt die Chance und lebt die Beziehung, die ihr euch wünscht.

Ich wünsche euch alles Gute & dass ihr nie aufhört, hinzuschauen.

Lasst es euch gut gehen,

Macht’s gut & bis bald,

eure Linda

 

Drei Fragen:

  • Wer bist du für mich?
  • Wer möchte ich für dich sein? Womit möchte ich wahrgenommen werden?
  • Was ist unsere Perspektive? Welches Angebot kann ich dir machen? Wofür stehe ich zur Verfügung?

 


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