#107 | Akzeptanz & Respekt in der Kommunikation

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Akzeptanz & Respekt in der Kommunikation

Drei Grundsätze für deine innere Haltung

 

Heute spreche ich mit dir über ein Thema, das so häufig wie kein anderes Gegenstand meiner Arbeit ist: Die Kommunikation. Heute sehen wir uns dieses Thema aber einmal aus einer anderen Perspektive an. Aus der Perspektive der inneren Haltung. Ich teile drei Tipps bzw. Grundsätze mit dir, die dir helfen, eine innere Haltung zu entwickeln, die dich in deiner Beziehung voller Akzeptanz und Respekt kommunizieren lässt.

Und dabei wünsche ich dir ganz viel Spaß.

 

Du kannst die Folge direkt hier hören – oder auf Spotify & ITunes.

 

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Akzeptanz und Respekt in der Kommunikation

Hier kannst du den Inhalt der Folge zudem als Blogpost nachlesen:

 

So viele Paare, die in meiner Beratung kommen, sagen: „Wir haben ein Problem mit der Kommunikation!“ oder „Wir verstehen und nicht richtig – wir müssen besser kommunizieren lernen!“ Und es gibt so viele Techniken und so viele Tipps – ich habe hier in unzähligen Podcast-Folgen schon über Kommunikation gesprochen. So viele Menschen lesen Bücher zur gewaltfreien Kommunikation, besuchen Kurse, versuchen nicht mehr zu verallgemeinern, Angebote zu machen statt anzuklagen.

Verstehe mich nicht falsch: Ich finde das wunderbar!

Ich freue mich so sehr, dass es eine Veränderung in der Kommunikation gibt. Dass ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, wie wichtig dieses Thema auch ist beziehungsweise wie viel Potenzial für eine Partnerschaft in einer respektvollen und von Akzeptanz geprägten Kommunikation steckt. Ich finde das fantastisch.

Und trotzdem sehe ich täglich in meiner Arbeit, dass die reine Technik eben nicht bei allen Paaren schon zur Veränderung führt. Und das ist nicht schlimm. Nicht bei jedem Menschen funktionieren die gleichen Dinge. Nicht jeder findet auf die gleiche Art und Weise Zugang zum Thema.

Kommunikation: Technik ist nicht alles!

Vielleicht hast du dich schon mit Gewaltfreier Kommunikation auseinander gesetzt aber du hast das Gefühl, dass das so einstudiert wirkt. Dass das im Alltag nicht machbar ist. Dass du das schlecht umsetzen kannst. Dass du es vor allem in konfliktbehafteten Situationen nicht umsetzen kannst. Von dieser Erfahrung erzählen mir viele Paare und ich kenne das auch selbst, dass es schwierig sein kann, all die Techniken anzuwenden, wenn es wirklich existenziell wird – oder sich zumindest so anfühlt.

 

Perspektive des anderen akzeptieren

Kommunikation ist eine Haltung!

Für mich ist Kommunikation – natürlich – die Technik aber noch so vieles mehr: Für mich ist Kommunikation eine Haltung. Eine Haltung, einander zu begegnen. Eine Haltung, in Kontakt zu gehen. Eine Haltung, Verbindung aufzubauen. Sich einander zuzuwenden.

Du kannst alle Regeln der Gewaltfreien Kommunikation anwenden und deinem Partner trotzdem nicht zugewandt sein – und dann hilft das alles nichts.

Und deshalb möchte ich heute mit dir drei ganz praktische Grundsätze, Tipps – nenne es wie du möchtest – teilen, die dir helfen, besser zu kommunizieren. Die dir helfen, Akzeptanz auch in der Kommunikation auszudrücken. Die dir helfen, respektvoll zu kommunizieren. Die dir helfen, zugewandt zu sein und zu bleiben.

3 Grundsätze für eine konstruktive Haltung in der Kommunikation

Und vielleicht merkst du, dass der Zugang über diese Grundsätze – über die Grundhaltung der Kommunikation – dir viel leichter fällt als die reine Technik. Dann ist das wunderbar.

Nimm dir aus dieser Folge mit, was gut für dich ist und was du für dich nutzen und brauchen kannst – denn dafür ist diese Folge und auch der Podcast da.

 

Kommunikation ist eine Haltung

Grundsatz 1: Ich höre zu um wirklich zu verstehen.

Was ich oft erlebe – und ich habe zugegebenermaßen früher selbst so kommuniziert – ist, dass das Ziel der Kommunikation vor allem darin besteht, die eigene Meinung loszuwerden. Ich kenne das von mir selbst, dass ich so überzeugt war, die richtige Antwort schon zu kennen, dass ich überhaupt nicht mehr bereit war, mich auf das einzulassen, was mein Partner zu diesem Thema beizutragen hatte. Und das ist das Gegenteil von zugewandt sein.

Heute versuche ich zuzuhören um wirklich zu verstehen.

Mein Ziel in der Kommunikation ist es nicht mehr, einfach nur meine Themen loszuwerden. Einfach nur mit meiner Sichtweise gehört zu werden. Es braucht natürlich Raum für beide Partner aber so wie ich mir den Raum wünsche, muss ich auch bereit sein, meinem Partner den Raum zu geben, den er sich wünscht.

Ich versuche heute nicht mehr, einfach nur meine Meinung loszuwerden sondern ich höre zu. Solange, bis ich wirklich verstanden habe. Und in diesem Prozess führt kein Weg daran vorbei, nachzufragen und abzugleichen, ob ich richtig verstanden habe.

Das bedeutet, Raum zu geben. Das bedeutet, auch mal still sein zu können. Das bedeutet – ganz praktisch – den anderen aussprechen zu lassen, nicht seine Sätze zu beenden oder ihn zu unterbrechen. Ich erlebe so oft, welcher Frust ausgelöst wird, wenn Menschen im Gespräch unterbrochen werden. Wenn der Partner versucht, ihre Sätze für sie zu beantworten, in der Annahme ohnehin schon zu wissen, was gesagt werden wird.

Öffne dich dafür, überhaupt gar nichts zu wissen.

Öffne dich für die Möglichkeit, dass dein Partner seine Meinung verändert hat. Dass er neue Informationen oder Gedanken hat, die du noch nicht kennst.

Höre wirklich zu und versuche zu verstehen.

Frage dich immer wieder: Habe ich schon alles verstanden, was mein Partner mir gerade gesagt hat? Gibt es noch offene Fragen? Weiß ich schon ganz genau, wie er zu dieser Meinung gekommen ist? Ist mir schon klar, weshalb der diese Überzeugung hegt?

Und wenn du eine dieser Fragen mit „Nein“ beantworten musst, dann frage nochmal nach.

 

Drei Grundsätze in der Kommunikation

Grundsatz 2: Ich glaube dem anderen, dass seine Perspektive für ihn wahr und richtig ist.

Wir sind mit völlig unterschiedlichen Vorerfahrungen in der Situation. Wir erzählen uns völlig unterschiedliche Geschichten über die Situation. Und so richtig, wie meine Sichtweise aus meiner Position heraus ist, so richtig ist die Sichtweise meines Partners aus seiner Position heraus.

In der Kommunikation geht es darum, zuzuhören und zu verstehen.

Es geht darum, zu akzeptieren und übereinander zu lernen.

Es geht nicht darum, Überzeugungsarbeit zu leisten.

Wir können uns austauschen und ein Austausch kann dazu führen, die eigene Meinung zu überdenken und zu verändern. Er kann dazu führen, neue Erkenntnisse zu erlangen. Zu lernen. Aber das sind innere Prozesse. Das ist nichts was von außen steuerbar ist.

Übe dich also in Akzeptanz.

Es geht nicht darum, deinen Partner zu überzeugen sondern darum, sich kennen zu lernen und einander besser zu verstehen. Ob sich die Meinung nun ändern oder nicht. Ob ihr nun einer Meinung seid oder eben nicht.

Das ist Kommunikation, die von Respekt und Akzeptanz geprägt ist.

So sehr wie du von der Richtigkeit deiner Sichtweise überzeugt bist, mindestens so sehr steht dein Partner hinter seiner Überzeugung und das ist vollkommen gerechtfertigt und okay.

 

Zuhören um zu verstehen

Grundsatz 3: Ich behalten das Gesamtbild im Blick.

So oft erzählen mir Paare von Konflikten und Gesprächen, die existenziell sind oder werden. Bei denen die Beziehung auf dem Spiel steht. In denen eine Meinungsverschiedenheit zu Trennungsgedanken oder –androhungen führt.

Diese Kampf- und Fluchtreaktionen – wir haben schon so oft hier im Podcast darüber gesprochen – sind Schutzmechanismen. Es ist vollkommen in Ordnung, dass sie da sind.

Aber es ist unsere Aufgabe, die Situation in die richtige Perspektive zu rücken. Das Gesamtbild im Blick zu behalten anstatt nur den Ausschnitt, der gerade präsentiert wird wahrzunehmen.

Verändere im Konflikt nicht die Gewichtung der verschiedenen Faktoren deiner Partnerschaft.

Sicher gibt es den ein oder anderen Punkt, in dem ihr unterschiedlicher Meinung seid – aber in wie vielen Punkten seid ihr euch einig?

Sicher habt ihr einige unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche – aber wie viele habt ihr gemeinsam?

Wenn du dir den Grundsatz behältst, das Gesamtbild im Blick zu behalten und die Gewichtung auch im Konflikt nicht zu verändern ist das der Weg raus aus Verallgemeinerungen. Sie sind nicht nur nicht nötig – du erkennst, dass sie schlichtweg falsch sind.

Ihr müsst nicht immer einer Meinung sein. Ihr dürft eure Unterschiede annehmen ohne sie verändern zu müssen. Ihr dürft euch ergänzen und voneinander lernen und ihr dürft genauso unterschiedlich bleiben, wie ihr seid.

Aber um Unterschiedlichkeit zu akzeptieren und anzunehmen, braucht es eine Kommunikation – und eine Haltung in der Partnerschaft – die von Respekt, Akzeptanz und Annahme geprägt ist. Und ich hoffe sehr, dass dir die drei heutigen Grundsätze dabei helfen, genau so eine Haltung zu entwickeln.

 

 

Danke, dass du auch in dieser Folge wieder mit dabei warst!

Eine neue Haltung zu entwickeln, braucht Geduld und Übung. Es braucht einen starken Willen und es braucht, immer wieder den neuen Weg zu wählen. Immer wieder ganz aktiv die neue Haltung zu wählen, solange bis sie zur Grundhaltung geworden ist.

Und ich wünsche dir, dass du die Kraft hast, eine neue Haltung zu etablieren und auch Spaß daran findest, dich genau darin zu üben.

Vielleicht hast du Lust, diese Folge gemeinsam mit deinem Partner zu hören und zu diskutieren, wo es noch Raum gibt, für mehr Akzeptanz und Respekt in euer Kommunikation. Denn so wird eure Beziehung Schritt für Schritt zu dem, was ihr euch wünscht.

Und dabei wünsche ich euch ganz viel Erfolg & Spaß!


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