Neid und Missgunst den Rücken kehren – 6 psychologische Tipps

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Neid und Missgunst den Rücken kehren

6 Tipps für einen besseren Umgang mit Neid und erfüllte soziale Beziehungen

 

Fast alle Menschen sind ab und zu neidisch: Auf das neue Auto des Kollegen, die große Reise der besten Freundin oder die erfüllte Beziehung des Kumpels, der neuerdings seinen Samstagabend mit Vorliebe auf er Couch verbringt – mit der neuen Freundin.

Neid ist in unserer Gesellschaft ein weit verbreitetes Gefühl – und trotzdem tabuisiert. Kaum einer gibt zu, neidisch auf jemand anderen zu sein. Die Empfindung ist bei vielen Menschen zutiefst schambehaftet und wird gerne überspielt – durch Lästern oder das ständige Beteuern, so toll sei das Auto des Kollegen auch nicht und der große Urlaub der Freundin hätte ja auch eine Menge Geld gekostet.

Heute zeige ich dir, woher das Neid-Gefühl kommt, was es mit deinen sozialen Beziehungen und deiner Partnerschaft zu tun hat und wie du es positiv für dich nutzen kannst! Du erhältst 6 psychologische Tipps für einen besseren Umgang mit dem Neidgefühl.

 

Neid und Missgunst den Rücken kehren

 

Was ist eigentlich Neid?

Laut Definition versteht man unter Neid die Empfindung oder Haltung, bei der jemand einem anderen einen Erfolg oder einen Besitz nicht gönnt oder Gleiches besitzen möchte.

Typische Neidgegenstände sind oft die Folgenden:

  • Erfolg
  • Bildung
  • Beziehung
  • Schönheit
  • Jugend
  • Soziale Anerkennung
  • Humor
  • Kreativität
  • Besitz
Jeder Mensch reagiert auf andere Neidgegenstände besonders stark.

Wer selbst ein teures Auto fährt, wird sich vielleicht mit dem Kollegen über die Neuanschaffung freuen und trotzdem neidisch auf dessen beruflichen Erfolg sein.

Worauf wir neidisch sind hängt zudem stark mit den eigenen Werten zusammen.

Wer sich nicht viel aus Besitz macht lässt sich wohl nicht so stark vom Neuwagen oder dem Eigenheim beeindrucken, ist jedoch vielleicht neidisch auf das Sabbatjahr der Kollegin, die gerade eine Weltreise macht.

 

Tipps für einen besseren Umgang mit Neid

 

Wie entsteht Neid?

Es gibt zwei Hauptgründe, die zur Entstehung des Neidgefühls beitragen.

Das geringe Selbstwertgefühl

Oft haben Menschen, die starken Neid empfinden, einen niedrigen Selbstwert. Sie fühlen sich vom Leben ungerecht behandelt, sind fest davon überzeugt, die Fähigkeiten, die benötigt werden, um ihre Neidgegenstände zu erreichen, niemals besitzen zu können und zu werden und flüchten sich in eine typische Neidreaktion: Sie beharren fest auf dem Standpunkt, den Neidgegenstand gar nicht besitzen zu wollen.

Oft wird das eigene Selbstwertgefühl zudem dadurch aufgewertet, mit anderen Menschen zusammen zu lästern und sich gegenseitig stark zu machen. Diese Menschen haben meist gemeinsam, dass sie alle einen tiefen Neid empfinden.

 

Was ist eigentlich Neid

 

Die Konkurrenz

Der zweite Hauptgrund für ein entstehendes Neidgefühl liegt in der Konkurrenz zu Menschen, die durch ihr Verhalten oder ihren Besitz Neid erzeugen. In der Regel werden Menschen beneidet, mit denen man sich selbst vergleichen kann – typischerweise Freunde oder Bekannte. Ein Schauspieler oder erfolgreicher Sänger spielt häufig nicht in der eigenen Kategorie und erzeugt deshalb trotz Reichtum und Beliebtheit kein Neidgefühl.

Im Falle des Neidgefühls aufgrund von Konkurrenz geht der Spannungsausgleich oft über die Abwertung der anderen Person. Es wird bewusst vom Lebensstil dieser Person Abstand genommen, beispielsweise über Sätze wie „Jetzt hat er zwar das tolle Auto vor der Tür aber bestimmt einen Haufen Schulden – mit Schulden könnte ich niemals leben! Ich bin froh, dass ich das nicht brauche.“

 

Worauf wir neidisch reagieren

 

Über den Beneideten zu lästern und sich zu distanzieren sind kurzfristige Lösungen, die aber nicht an der Ursache ansetzen. Egal was und wie lange du dir diese Reaktion vorspielst: Im Endeffekt bist du unglücklich und unzufrieden und hast den Wunsch, den gleichen Besitz oder Lebensstil wie der von dir Beneidete zu haben

Hier ist es wichtig auch zu sehen, wofür das Neidgefühl gut sein kann.

Wofür ist Neid gut?

Neid ist eine tabuisierte Emotion, dabei kann sie sehr sinnvoll und nützlich sein.

Das Neidgefühl hilft dir, zu sehen, was du dir wünschst. Wenn du genau hinschaust auf wen du in welcher Situation aufgrund welches Besitztums oder welches Lebensstils du neidisch bist, kann dir helfen, dir Ziele zu stecken. Wenn es dir gelingt, den Neid nicht als eigenes Versagen oder negative Emotion zu sehen sonder vielmehr als Wegweiser anzuerkennen und mit einem wertschätzenden Blick zu betrachten kann dies einen persönlichen Ansporn zur Folge haben.

 

Wie entsteht Neid

 

Tipp 1:Nimm den Beneideten als Vorbild.

Stelle dich der Herausforderung und nutze auch du seine Erfolgsstrategien.

Tipp 2:  Mache den Realitätscheck!

Überlege dir auch, wie erstrebenswert es wirklich ist, deinen Neidgegenstand zu erreichen oder ob es nur eine Illusion darstellt und du vielleicht andere negative Aspekte und Auswirkungen außen vor lässt.

Tipp 3:  Akzeptiere dein Neidgefühl

Du kannst dauerhaft daran arbeiten, es abzulegen doch für den Moment ist es ein Teil von dir. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung und es gibt einen guten Grund dafür, dass du gerade so fühlst, wie du fühlst.

 

Was Neid mit deiner Beziehung macht

 

Tipp 4:  Wenn du dich mit anderen vergleichst, tue das, ohne dich abzuwerten.

Besser noch: Vergleiche dich mit dir selbst!  Wende deinen Blick nach innen und beachte und lobe deine eigenen Stärken und guten Charakterzüge. Mehr dazu erfährst du im nächsten Fernbeziehungs-Freitag.

Tipp 5:  Stärke dein Selbstwertgefühl.

Akzeptiere dich und nehme dich so an, wie du bist. Denn es gibt keinen Grund, auf jemand anderen neidisch zu sein, wenn du mit dir selbst und deinem Leben und deiner Situation zufrieden bist.

Tipp 6:  Wenn du selbst beneidet wirst, beginne, deinen Neider wertzuschätzen.

So erkennst du die Konkurrenzsituation nicht an. Betone die guten Seiten und Stärken deines Neiders und betone, dass auch ihm gelingen kann zu erreichen, was du erreicht hast. So wird es ihm nicht mehr möglich sein, neidisch auf dich zu sein.

 

Wofür ist Neid gut

 

Was Neid mit deiner Beziehung macht.

Wer immer nur neidisch ist, befindet sich mit seiner Aufmerksamkeit dauerhaft im Außen. So passiert es, dass du nie zufrieden sein wirst mit dem, was du hast. Es wird immer jemanden geben, der mehr oder bessere Dinge in seinem Leben hat als du. Durch die dauerhafte Unzufriedenheit mit deiner Situation wird es dir schwer fallen, erfüllte Beziehungen zu führen. Du wirst keinen wertschätzenden Blick entwickeln können, sondern dich im Defizit befinden und dauerhaften Zuspruch und Ermunterung benötigen – der doch nie wirklich bei dir ankommt.

Kehre also deinem Neidgefühl mit Hilfe der oben beschriebenen Tipps den Rücken. Lernen, deinen Neid als Ansporn und Richtungsweiser für dich zu nutzen und gebe dir die Chance, das erfüllende Leben zu leben, das du dir wünschst und das zu verdienst. Dann wirst du schon bald bemerken, wie sich deine Partnerschaft verändert: Vom Mangel in die Fülle, von der Anklage und Forderung in einen liebenswerten Austausch.

 


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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

Ich helfe Menschen in Fernbeziehungen, trotz der Distanz eine erfüllte Partnerschaft zu leben. Ich selbst habe bereits viele Jahre Fernbeziehungen geführt und kenne die Herausforderungen, die diese Beziehungsform bietet – aber auch die Chancen. Mit meiner Unterstützung kannst du die Kommunikation und Offenheit in deiner Beziehung stärken und so gute Lösungen für die Herausforderungen finden, die sich dir in deinem Leben und in deiner Fernbeziehung stellen. Neben Einzelsitzungen und Online-Paartherapie biete ich Beratungspakete für Frauen und Männer zu verschiedenen psychologischen Themen an. Kontaktiere mich für deine 90-minütige Power-Session oder verabrede direkt online deinen nächsten Termin.


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