Lerne, die Dinge anzunehmen, wie sie sind! Psychologische Tipps & Übungen

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Lerne, die Dinge anzunehmen, wie sie sind!

Tipps und Übungen für einen wertschätzenden Blick auf dich, deinen Partner & dein Umfeld

In meinem Alltag und meinem Umfeld werde ich immer wieder mit der Unzufriedenheit so vieler Menschen konfrontiert.

  • Es wird über die Kollegen gelästert oder schlimmer noch: Gemeinsam mit den Kollegen über andere Mitarbeiter oder den Chef.
  • Ich höre Beschwerden über zu lange Wartezeiten in Telefonwarteschleifen, auf Behörden oder an der Supermarktkasse.
  • Es fallen abfällige Kommentare über andere Personen, beispielsweise die Nachbarn, den Verkäufer beim Bäcker oder sogar die eigenen Freunde.
  • Der Stresslevel der Menschen steigt erheblich an durch lange Staus, Verspätungen im Bahnverkehr oder Flugausfälle.

Die Liste kann beliebig verlängert werden: Ich begegne unzufriedenen Menschen an jeder Ecke. Wen wundert es da, dass sich die Unzufriedenheit, die viele Personen tagtäglich in sich spüren, die bereits fühlbar in der Gesellschaft verankert ist, auch auf unsere Beziehungen auswirkt, insbesondere unsere Partnerschaft?

Wie kannst du wieder Zufriedenheit in deine Partnerschaft bringen?

Heute gebe ich dir wichtige Tipps dafür, erkläre dir wie du einen wertschätzenden Blick entwickeln kannst und führe dich mithilfe kleiner praktischer Übungen direkt an den Schlüssel zu einer zufriedenen Partnerschaft heran.

 

Lerne die Dinge anzunehmen wie sie sind

 

Es gibt unzählige verschiedene Sichtweisen auf die Welt! Wie du persönlich die Welt, die Menschen und die Situationen um dich herum wahrnimmst hängt stark zusammen mit deinen Glaubenssätzen und deinen persönlichen Erfahrungen, die auf deiner inneren Landkarte gespeichert sind.

 

Vom Mangel in die Fülle kommen

Menschen, die möglicherweise in ihrem Leben einmal ungerecht behandelt wurden, die das Gefühl haben, zu kurz gekommen zu sein und denken, dass das Leben und die Menschen in ihrem Umfeld ihnen noch etwas schulden, befinden sich im Mangel. Das bedeutet, dass sie die Erwartungen an ihr Umfeld haben, es sei ihnen etwas schuldig. Sobald sie eine Zurückweisung erhalten – ein Kollege ihnen beispielsweise einen Teil seiner Arbeit aufdrückt oder ein Freund ein gemeinsames Treffen absagt – rutschen sie zurück in das Gefühl des Mangels. Sie spüren wieder, dass sie ungerecht behandelt wurden, jeder in ihrem Umfeld mehr besitzt und mehr bekommt als sie selbst und allen anderen praktisch alles zufliegt, während sie auf der Strecke bleiben.

Im Gegensatz zu diesen Menschen stehen Personen, die in Fülle leben. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass das Leben positive Überraschungen und Geschenke für sie bereit hält, dass sich schlussendlich alles gut für sie entwickelt und ihr Umfeld auf ihrer Seite ist. Sie sind zufrieden mit ihrem Besitz und ihren Fähigkeiten, fühlen sich erfüllt und sind bereit, zu teilen, zu schenken und zu geben – weil sie genau das aus der Fülle ihres Lebens heraus können. Manchmal haben genau diese Menschen das Glück, bisher keine großen Schicksalsschläge in ihrem Leben verkraftet haben zu müssen. Gleichzeitig sind sie möglicherweise in dem festen Glauben an eine gerechte Welt und daran, dass ihnen kein Unrecht widerfährt und das Leben auf ihrer Seite ist, aufgewachsen. Und doch gibt es Menschen unter ihnen, deren Vergangenheit sie anders belehrt hat, die kämpfen mussten, mit Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten konfrontiert waren und den Schritt von der Leere in die Fülle erst noch gehen mussten, weil das Gefühl, erfüllt zu sein, ihnen nicht angeboren oder seit frühester Kindheit verinnerlicht wurde.

 

Achte auf einen wertschätzenden Blick

 

Heute möchte ich dir einige Tipps geben, die dir helfen, in die Fülle zu kommen und so bessere Beziehungen, insbesondere Partnerschaften, zu leben. Sollten dich jedoch frühere Erfahrungen noch blockieren und dafür sorgen, dass du in einem Gefühl der Leere und des Mangels verharrst, empfehle ich dir dringend, erst diese Blockaden zu lösen. Gerne unterstütze ich dich dabei, herauszufinden, welches auslösende Ereignis zugrunde liegt und deine negativen Glaubenssätze zu transformieren.

Tipp 1: Nehme dein Umfeld an, wie es ist.

In dir steckt sicher der tiefe Wunsch, so sein zu dürfen wie du bist. So angenommen zu werden, mit all deinen Stärken, aber auch unter Akzeptanz deiner Schwächen. Im ersten Schritt gehört natürlich dazu, dich selbst so zu akzeptieren und anzunehmen, wie du bist. Weite dieses Gefühl dann aus auf dein Umfeld: Deinen Partner, deine Familie und Kollegen und sogar Menschen, zu denen du gar keine persönliche Verbindung hast: Der Zugschaffner, die Kassiererin, der streikende Pilot. Erkenne, dass

jeder Mensch in jeder Situation sein bestmöglichstes gibt!

Das mag manchmal nach außen nicht so wirken. Es mag dir möglicherweise so erscheinen, als würden andere Menschen Dinge extra tun, um dich zu verärgern. Als würden sie sich nicht die größte Mühe geben um für einen reibungslosen Ablauf aller Beteiligten zu sorgen.
Versuche, in der festen Überzeugung zu leben, dass jeder Mensch sein Bestes gibt, wann immer es möglich ist. Wenn eine Situation nicht optimal gelöst wird, dann liegt es nicht daran, dass nicht alles gegeben wurde. Die beteiligten Menschen hielten unter Anbetracht aller zu beachtenden Aspekte die gewählte Lösung für die bestmögliche in genau dieser Situation.

 

Jeder Mensch gibt in jeder Situation sein bestmöglichstes

 

Tipp 2: Achte auf einen wertschätzenden Blick

Sehe die Menschen in deinem Umfeld – deine Freunde, deinen Partner oder auch bisher Unbekannte – mit all ihren Wünschen, Ängsten und Bedürfnissen. Mit allem, was sie sind. Sie dürfen sein, wer sie sind.
Versetze dich in die Situation hinein und versuche zu sehen, wie viele verschiedene Anforderungen von wie vielen Personen an diesen einen Menschen gerichtet werden. Seine Aufgabe besteht nicht nur darin, die beste Lösung für dich zu finden. Er muss die verschiedenen Wünsche und Bedürfnisse beachten und zu einer zufriedenstellenden Gesamtlösung für alle Personen kommen.
Beachte auch deine eigenen Wünsche, Ängste und Bedürfnisse. Manchmal erlauben wir dem anderen nicht, er selbst zu sein, weil wir es uns selbst nicht erlauben können.
Doch auch wenn beispielsweise dein Partner eine Situation anders löst, als du es selbst tun würdest, glaube daran: Er hat damit gute Erfahrungen gemacht – er hat seine eigene, durchaus berechtigte, Lösungsstrategie.

 

Nehme dein Umfeld an wie es ist

 

Trainiere deinen wertschätzenden Blick

Ich habe einige Übungen für dich entwickelt, die dir dabei helfen können, durch einen wertschätzenden Blick in die Fülle zu kommen und bessere Beziehungen zu führen. Nicht jede der Übungen wird dich im gleichen Maß ansprechen – du musst auch nicht jede Übung durchführen. Solltest du jedoch eine besondere Ablehnung gegen eine bestimmte Teilübung spüren, lohnt es sich möglicherweise, etwas genauer hinzusehen, woher deine ablehnenden Gefühle kommen und wofür sie stehen.

Übung 1: Die Partnerübung

Suche dir eine Verhaltensweise an deinem Partner, die dich schon länger stört. Einen kleinen Tick, den dein Partner entwickelt hat, von dem du dir wünschst, er würde ihn loswerden. Und dann ändere deine Sichtweise darauf: Sehe deinen Partner durch die liebevollsten Augen, die du dir vorstellen kannst. Sehe seine Gründe für das Verhalten und womit es zusammenhängt. Erkenne, dass er beispielsweise immer dann so laut durch die Wohnung trampelt, wenn er gut gelaunt und beschwingt ist und schnell bei dir sein möchte, um dir von einem schönen Erlebnis zu erzählen.
Versuche dieses Mal, nicht sein Verhalten zu verändern, sondern deine Sichtweise auf sein Verhalten mit aller liebe- und verständnisvollen Energie, die du aufbringen kannst. Erlaube deinem Partner, so zu sein, wie er ist und glaube fest daran, dass er sein Bestes gibt, um ein guter Mensch zu sein.

 

Tipps und Übungen für einen wertschätzenden Blick

 

Übung 2: Die Übung für Freunde oder Kollegen

Versuche in der nächsten Situation, in der eine Freundin zu dir kommt, um sich über ihren Partner oder ihren Chef auszulassen, das Bedürfnis hinter ihrem Verhalten zu sehen. Erkenne beim nächsten Mal, wenn dein Kollege dich bittet, einen Teil seiner Arbeit für ihn zu erledigen, an, dass er alleine mit seiner Arbeit überlastet ist und sehe seinen Wunsch nach Unterstützung. Und wenn es dir möglich ist weil du noch Ressourcen übrig hast – und nur dann! – nehme dir vor, den Wunsch und das Bedürfnis deiner Freundin oder des Kollegen gerne zu erfüllen. Sei dir bewusst, dass du genug Energie und Kapazität hast, um zu unterstützen und probiere zu geben, ohne zu verlangen etwas zurück zu bekommen.

Übung 3: Die Übung für den Unbekannten

Wenn du das nächste Mal etwas länger an der Kasse warten musst oder dem Schaffner im ohnehin schon verspäteten Zug begegnest, schenke ihm oder der Kassiererin ein Lächeln und einen positiven Gedanken. Sehe, dass auch sie von der Stresssituation nicht kalt gelassen werden. Spüre, dass ein paar Minuten deiner Zeit zwar wertvoll sind aber nicht über Leben und Tod entscheiden und versuche, zwischen all den sich beschwerenden und unzufriedenen Menschen, einen Unterschied zu machen.

 

Vom Mangel in die Fülle kommen

 

Übung 4: Die neue Begegnung

Achte darauf, wie du neuen Menschen begegnest. Du kannst auf eine Situation in deinem Alltag warten, in der du einen neuen Menschen kennenlernst, beispielsweise einen neuen Kollegen oder eine Freundesfreundin, oder du nimmst dir gezielt vor, deinen wertschätzenden Blick in einer neuen Gruppe von Menschen zu trainieren. Suche dir eine Veranstaltung, beispielsweise ein kleines Meet-Up zu einem Thema, das dich interessiert, ein neuer Sportkurs oder sogar ein ganzer Kongress oder ein Workshop-Tag und gehe dort einmal ganz alleine hin. Achte, ohne dich selbst zu verurteilen, auf deine eigenen Gedanken. Wie denkst du über die neuen Menschen? Sind deine Gedanken positiv und voller erstaunter Bewunderung darüber, was dir eine fremde Person erzählt und wofür sie steht oder begegnest du Fremden eher zurücklehnend und voller Abneigung? Nutze die Gelegenheit, deinen Blick zu trainieren. Fokussiere dich darauf, dem neuen Menschen deine volle Aufmerksamkeit zu schenken, dein Interesse und deine positive Einstellung. Gib ihm die Chance, dich von sich zu überzeugen und mache ein Kompliment anstatt nach Fehlern zu suchen.

Ich selbst habe die vier Übungen mittlerweile so stark in mein Leben integriert, dass sie zu einer generellen Einstellung geworden sind, darüber, wie ich anderen Menschen in meinem Umfeld begegne. Ich schenke meinem Partner in unseren Begegnungen liebevolle Unterstützung und sehe ihn und die Gründe für sein Handeln. Ich begegne meinen Freunden, aber auch fremden Menschen mit einem wertschätzenden Blick und habe mir angewöhnt, auch in größeren Gruppen von Menschen, die ich bis dato nicht kannte, nicht eingeschüchtert zu sein. Stattdessen suche ich nach positiven Eigenschaften an jedem Einzelnen, die ich wertschätzen kann, anstatt nur die Fehler der Anderen zu sehen.

 

Wie kannst du wieder Zufriedenheit in deine Partnerschaft bringen

 

Diese Sichtweise auf die Welt hat meine gesamte Einstellung, mein Verhalten und damit auch den Verlauf meiner Begegnungen und meines ganzen Lebens verändert und ein Bewusstsein von Fülle und Zufriedenheit geschaffen. Probiere es aus!

In meinem vorherigen Artikel kannst du zudem nochmal nachlesen, wie du deine liebevolle Seite entdeckst und lernst, sie auszuleben. Ich habe hier einige psychologische Tipps und eine praktische Übung für dich gesammelt – denn auch deine liebevolle Seite ist entscheidend dafür, einen wertschätzenden Blick ins Außen zu werfen und das eigene Leben durch Fülle zu bestimmen.

Ich freue mich sehr, von dir zu hören, wie es dir mit den Übungen ergangen ist und was du davon in deinen eigenen Alltag integrieren konntest.

 


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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

Ich helfe Menschen in Fernbeziehungen, trotz der Distanz eine erfüllte Partnerschaft zu leben. Ich selbst habe bereits viele Jahre Fernbeziehungen geführt und kenne die Herausforderungen, die diese Beziehungsform bietet – aber auch die Chancen. Mit meiner Unterstützung kannst du die Kommunikation und Offenheit in deiner Beziehung stärken und so gute Lösungen für die Herausforderungen finden, die sich dir in deinem Leben und in deiner Fernbeziehung stellen. Neben Einzelsitzungen und Online-Paartherapie biete ich Beratungspakete für Frauen und Männer zu verschiedenen psychologischen Themen an. Kontaktiere mich für deine 90-minütige Power-Session oder verabrede direkt online deinen nächsten Termin.


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