Wie soll ich mich entscheiden? Eine praktische Entscheidungübung

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Wie soll ich mich entscheiden?

Wäge deine Alternativen ab und finde den richtigen Weg für dich!

Eine praktische Übung zur Wahl zwischen zwei Alternativen

 

Täglich bist du mit vielen Entscheidungen konfrontiert – mit kleinen und großen. Vielleicht entscheidest du morgens spontan, ob du mit dem Auto zur Arbeit fährst oder mit dem Fahrrad. Möglicherweise stehst du mittags in der Kantine vor der Entscheidung: Currywurst oder Salat? Die meisten Entscheidungen, die du triffst, fällst du automatisch – ohne aktives Nachdenken. Viele Prozesse hast du bereits automatisiert. Über andere Situationen denkst du länger nach: Soll ich meinen Job wechseln? Ist der Umzug in eine andere Stadt eine gute Idee? Soll ich mein Erspartes in eine Eigentumswohnung investieren oder lieber Reisen gehen?

 

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Wie wir uns entscheiden

Wie leicht oder schwer dir eine Entscheidung fällt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise spielt es eine Rolle, welche Relevanz die Entscheidung für dich hat. Einmal mehr mit dem Auto zur Arbeit zu fahren hat keine langfristigen Auswirkungen – der Kauf einer Immobilie schon. Weiter ist es entscheidend, wie attraktiv das Ziel, das du durch die Entscheidung erreichst, für dich ist: Mit dem Fahrrad zu fahren führt dauerhaft zu körperlicher Fitness, die du vielleicht anstrebst.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich Entscheidungssituationen zu erleichtern: Typische Strategien sind Pro-Contra-Listen, eine Münze zu werfen, sich möglichst viel Wissen zum Thema anzulesen oder Freunde und Familie zu befragen.

Treffe eine gute Entscheidung für dich

Eine weitere Technik, um deiner Entscheidung einen Schritt näher zu kommen, möchte ich dir heute vorstellen. Es handelt sich um eine Methode aus dem systemischen Arbeiten. Das Ziel dieser Methode besteht nicht darin, ganz genau zu wissen, wie du dich entscheiden wirst. Es gilt eher, sich selbst ein Gefühl für die einzelnen Optionen zu schaffen, in sich zu spüren und in den darauffolgenden Tagen abzuwarten, welche Eindrücke und Gedanken sich aus der Methode ergeben.

Du hast die Möglichkeit die Übung selbständig und in deinem Tempo durchzuführen oder du lässt dich von mir unterstützen. In diesem Video führe ich die Übung mit dir gemeinsam durch – du kannst dich zurücklehnen und dich auf deine Entscheidung konzentrieren, während ich dich durch die Übung leite.

Falls du die Übung selbst durchführen möchtest kannst du das Video einfach überspringen.

 

 

Die Übung eignet sich, wenn du vor einer ambivalenten Entscheidungssituation stehst. Sie lohnt sich somit für Entscheidungen mit zwei Handlungsalternativen oder Wahlmöglichkeiten.

Wichtig bei der Wahl der Alternativen ist, sicherzustellen, dass beide Alternativen generell vorstellbar und umsetzbar sind. Wenn du sicher bist, dass du jede der beiden Entscheidungsalternativen aufgrund deiner Fähigkeiten, Ressourcen und Möglichkeiten wählen könntest, kannst du mit der Übung beginnen.

Lese die Übung in deinem eigenen Tempo. Lass dir Zeit, die einzelnen Fragen wirken zu lassen. Achte gut auf die Signale, die dir dein Körper gibt. Was spürst du? Wo spürst du es? Welche Bilder und Gedanken kommen?

 

Lehne dich zurück, atme tief durch und entspanne dich.

Denke an die beiden Optionen, die dir zur Auswahl stehen.

Wie geht es dir, wenn du an die eine Wahlmöglichkeit denkst?

Wie, beim Gedanken an die andere?

 

Entscheide dich, welche Wahlmöglichkeit du dir zuerst näher anschauen möchtest – wir nennen sie Option A.

Stelle dir jetzt vor, die Entscheidung ist bereits in Richtung Option A gefallen.  Alle Modalitäten sind geklärt und du machst den ersten Schritt auf diesem Weg.

Wie geht es dir am nächsten Abend? Was hat sich verändert?

Wie geht es dir nach 4 Wochen? Wie fühlst du dich? Was beschäftigt dich?

Wie geht es dir nach einem halben Jahr? Wenn du dich erinnerst an die Stationen des Weges: Wie geht es dir hier mit deiner Entscheidung, die du damals getroffen hast?

Wie sehr interessiert es dich an dieser Stelle, dich Option B zuzuwenden?

Lasse alle Eindrücke wirken. Spüre, wie es sich anfühlt, Option A gewählt zu haben und den Weg gegangen zu sein. Schließe die Augen und präge dir deine Gedanken und Gefühle genau ein. Merke dir, welche Signale dir dein Körper sendet. Spüre einige Atemzüge nach.

 

Begib dich dann in die Ausgangsposition: Du stehst vor der Wahl zwischen den beiden Möglichkeiten.

Diesmal entscheidest du dich für Option B. Stelle dir vor, die Entscheidung ist gefallen. Alle Modalitäten sind geklärt – du machst den ersten Schritt auf dem Weg B.

Wie fühlst du dich am ersten Abend nach der Entscheidung? Was ist anders?

Wie geht es dir nach 4 Wochen? Was beschäftigt dich jetzt?

Was fühlst du nach einem halben Jahr? Erinnere dich an die Stationen deines Weges.

Wie fühlt es sich an, diese Entscheidung getroffen zu haben? Wie zufrieden bist du mit deiner Entscheidung für Option B?

Lasse auch hier alle Eindrücke wirken. Schließe erneut die Augen, speichere deine Gedanken, Gefühle und Signale, die dir dein Körper sendet. Nehme dir einige Atemzüge Zeit, um nachzuspüren.

 

Komme jetzt zurück in die Gegenwart: Du stehst immer noch vor der Entscheidung.

Wie nimmst du die einzelnen Entscheidungsalternativen jetzt wahr? Wie unterscheiden sie sich? Welche Richtung fühlt sich besser an?

 

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Es wird dir auch jetzt, direkt nach der Übung, wahrscheinlich noch nicht gelingen, eine Entscheidung zu treffen. Die Übung hat vielleicht den Weg dafür geebnet und neue Kanäle der Sinneswahrnehmung geöffnet. Oft versuchen wir, Entscheidungen rein rational zu treffen, um nichts falsch zu machen. Auf unseren Körper zu hören ist jedoch ein wichtiger Bestandteil jeder Entscheidung. Lass die Gefühle und Gedanken, die Signale, die dir dein Körper während der Übung gesendet hat, ruhen und sich setzen. Achte in den kommenden Stunden und Tagen darauf, was sich verändert.

Ich hoffe, die Übung war für deine Entscheidungsfindung hilfreich.

Erzähle mir sehr gerne, vor welcher Entscheidung du gerade stehst und wie dir diese Übung dabei geholfen hat. Ich freue mich auf Austausch mit dir!


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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

Ich unterstütze Menschen dabei, die Probleme und Herausforderungen, die ihnen das Leben stellt, aus eigener Kraft heraus zu meistern. Meinen Klienten gelingt es, durch meine Hilfe, ihre persönlichen Ziele zu erreichen und gute Lösungen für sich zu finden.

In meiner psychologischen Online-Beratung PSY-ON berate ich Einzelpersonen und Paare psychologisch via Videochat, Telefon und Chat. In meiner Fernbeziehungsberatung biete ich Paartherapie via Videochat von zwei verschiedenen Orten an.


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