10 Tipps für gute Beziehungen als Expat

Veröffentlicht von Linda Mitterweger am

Gute Beziehungen führen als Expat

10 Tipps für gute Partnerschaften trotz beruflicher Auslandsaufenthalte

 

Dieser Fernbeziehung-Freitag befasst sich mit einer spezifischen Gruppe, in der Fernbeziehungen als Beziehungsmodell weit verbreitet sind:

Die Berufsgruppe der Expats

Hierbei handelt es sich um Mitarbeiter internationaler Firmen, die für einen längeren Zeitraum – meist zwischen ein und fünf Jahren – an einer ausländischen Außenstelle ihres Unternehmens tätig werden.

Welche spezifischen Probleme sich für Expats – die Abkürzung für Expatriates – bezüglich Partnerschaft und Familie bieten und durch welche konkreten Tipps die Liebesbeziehung die Zeit im Ausland gut überstehen kann, erfährst du in diesem Artikel.

 

Als Expat ins Ausland

Als Expat ins Ausland

Berufliche Auslandsaufenthalte sind für viele Menschen reizvoll: Ein neues Land intensiv erkunden, Sprachkenntnisse verbessern, ein höheres Gehalt und gute Aufstiegschancen. Gerade für die Karriereorientierten kann ein Job im Ausland ein berufliches Sprungbrett darstellen und wird deshalb gerne angenommen.

Ein Thema, das dabei viele im Hinterkopf haben, dreht sich um die eigene Partnerschaft, die Familie oder eine geplante Familiengründung. Befragungen haben ergeben, dass der zweithäufigste Grund, einen beruflichen Auslandsaufenthalt abzulehnen, die Gedanken darüber, was aus der eigenen Partnerschaft wird, darstellt – die Relevanz sozialer Beziehungen, gerade der eigenen Partnerschaft, nimmt wieder stärker zu.

Einfacher gestaltet sich die Entscheidung, wenn es keine Partnerschaft gibt, um die es sich zu sorgen lohnt: Als Single ins Ausland zu gehen birgt scheinbar kein Risiko. Und doch erleben Expats immer wieder, dass sie sich im Ausland verlieben, eine Partnerschaft eingehen und nach Abschluss des Auslandsaufenthaltes mit einer Fernbeziehung konfrontiert sind.

Im besten – aber auch seltensten Fall – kann ein Paar gemeinsam beruflich ins Ausland. Die Fernbeziehung bleibt so erspart und die Beziehung kann als Nahbeziehung aufrechterhalten werden. Doch auch das birgt Risiken.

 

Probleme als Expat

Als Paar gemeinsam ins Ausland

Bekommt ein Partner das Angebot, als Expat über die Landesgrenzen hinweg zu arbeiten, steht der andere Partner oft vor der Entscheidung: Bleiben oder mitgehen? In einigen wenigen Fällen ist der zweite Partner beruflich flexibel, arbeitet beispielsweise mit Homeoffice-Option, ist selbständig im Online-Business oder gerade in Elternzeit. Auch bieten Firmen, die ihre Mitarbeiter ins Ausland schicken, oft familienfreundliche Konditionen: Eine große Wohnung wird bezahlt, die Platz für die ganze Familie bietet. Das Gehalt des Mitarbeiters wird aufgestockt um so den Verdienstausfall des zweiten Partners auszugleichen. In diesen Fällen entscheiden sich einige Paare, gemeinsam ins Ausland zu gehen. Die Stelle ist meistens ohnehin auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt und ein gemeinsames Leben im Ausland erscheint wie ein aufregendes Abenteuer und sehr reizvoll.

Die Realität für Expat-Familien

Leider stellt sich die Realität nach Ankunft dann doch oft anders heraus. Während der eine Partner überwiegend mit seiner Arbeit beschäftigt ist – nicht umsonst wird er vor Ort im Ausland benötigt und ist meist stark eingespannt – kommt dem Anderen die Rolle des Haushüters zu. In Expat-Familien müssen die Kinder betreut werden, die anfangs mit der fremden Umgebung und Sprache überfordert sein können und sich nach ihrem Zuhause sehnen. Soziale Kontakt am neuen Lebensmittelpunkt sind spärlich, die Sprache setzt möglicherweise zu und verhindert, dass tiefe Freundschaften entstehen können. Nicht selten fühlen sich die mitgereisten Partner einsam im neuen Zuhause.

 

Die Realität für Expat Familien

 

Hier ist es wichtig

Expat-Tipp 1: Routinen zu schaffen,

die möglicherweise sogar an Routinen von Zuhause erinnern.
Stellt euch die Fragen:

  • Was tut mir als Person und uns als Paar oder Familie gut?
  • Womit verbringen wir eine gute Zeit?
  • Was ist uns wichtig?
  • Was erinnert und daran, wer wir sind und wann es uns gut geht?

Routinen sorgen für Alltag und Entspannung. Während routinierter Abläufe kann sich der Kopf abschalten – Sorgen werden für den Moment vergessen: Es geht dir einfach gut. Achte also darauf, deine täglichen Routinen so gut es geht in deinen Alltag zu integrieren. So wirst du dich in deinem neuen Zuhause schnell wohl fühlen.

Der mitgereiste Partner sollte sich außerdem

Expat-Tipp 2: eine Aufgabe suchen, die erfüllt.

Das kann natürlich die Familie und die Kindererziehung sein. Doch als kinderloses Paar – und auch als Mutter oder Vater – ist es wichtig, dir eine Beschäftigung zu suchen, die dich persönlich erfüllt und bei der du ganz im Kontakt mit dir selbst bist.

 

Beziehungen führen als Expat

Überlege dir also:

  • Gibt es ein Hobby, das du Zuhause verfolgt hast und jetzt wieder aufnehmen kannst?
  • Was macht dir Spaß? Was tut dir gut? Was möchtest du in deinen Alltag integrieren?
  • Wann kannst du dir Freiräume schaffen, in denen du dich um dein Wohlbefinden kümmerst?

Oft fühlt sich auch der arbeitende Partner unwohl und hat das Gefühl, seinen Partner im Stich zu lassen. Wichtig ist hier

Expat-Tipp 3: miteinander ins Gespräch zu kommen.

Erzählt euch, wie es euch geht. Lasst den anderen teilhaben an eurem Befinden, euren Sorgen und Wünschen. Ein Ortswechsel – gerade über die Landesgrenzen hinaus – führt zwangsläufig zu Veränderungen. Bleibt miteinander im Kontakt und macht dir Veränderung miteinander durch.

Um Paare zu unterstützen, eine respekt- und liebevolle Kommunikation voller Offenheit und Ehrlichkeit in ihrer Beziehung zu etablieren, habe ich auf Basis psychologischer Kenntnisse ein Workbook entwickelt. Mit Hilfe dieses Workbooks könnt ihr die Kommunikation in eurer Partnerschaft Schritt für Schritt verbessern. Ihr erhaltet wichtige Tipps und viele praktische Übungen, die ihr anhand eurer persönlichen Kommunikationssituationen bearbeiten könnt.

Hier kannst du das Workbook bestellen.

 

Als Expat die Liebe im Ausland gefunden

Expats: Wenn ein Partner Zuhause bleibt

Die weit häufigere Situation in Partnerschaften besteht darin, dass ein Partner Zuhause bleibt, während der andere im Ausland arbeitet. Gerade wenn beide Partner karriereorientiert sind und gute Arbeitsstellen haben, ist es keine Option, den eigenen Beruf aufzugeben – auch bei finanzieller Unterstützung durch die Firma. In vielen Beziehung ist es heute Standard, dass beide Partner ihre eigene Laufbahn verfolgen. Der Partner möchte nicht die klassische Rolle des Haushüters und der Begleitperson annehmen. Es findet sich oft kein geeigneter Job im Ausland für den zweiten Partner. Je nach Land scheitert es oft bereits schon an der Arbeitserlaubnis.

Wie gut eine solche Fernbeziehung funktioniert hängt von vielen Faktoren ab:

  • Wie groß ist die Entfernung zwischen den Partnern? Sind regelmäßige Besuche möglich?
  • Wie viele Stunden Zeitverschiebung müssen die Partner in Kauf nehmen? Lässt sich ein Telefonrhythmus etablieren?
  • Für welchen Zeitraum ist der Auslandsaufenthalt geplant? Expats bleiben selten länger als fünf Jahre in ihrer neuen Heimat – doch fünf Jahre sind für eine Beziehung eine lange Zeit.

Wie groß die Bereitschaft ist, eine solche Fernbeziehung einzugehen, hängt von individuellen Faktoren ab. Für viele Paare lässt sich eine absehbare Zeit – bis hin zu einem Jahr – gut überstehen. Alles darüber hinaus ist für viele Paare ein Grund, die Beziehung zu beenden.

Aus meiner Fernbeziehungsberatung weiß ich, dass Fernbeziehungen auch über längere Zeiträume möglich sind! Wichtig für das Gelingen ist jedoch,

Expat-Tipp 4: sich dafür zu entscheiden.

Schwierig wird es, wenn ein Partner über den Kopf des anderen hinweg entscheidet und den Auslandsaufenthalt einfach zusagt. Natürlich ist es verständlich, sich diese große Chance nicht entgehen lassen zu wollen. In einer aufrichtigen und ernsthaften Beziehung sollte über solche großen Entscheidungen jedoch gemeinsam gesprochen werden.

 

Expats wenn ein Partner zuhause bleibt

 

In einem solchen Gespräch gibt es auch die Möglichkeit,

Expat-Tipp 5: die wahren Emotionen zu durchleuchten.

Oft reagiert der andere Partner ablehnend und kann sich nicht wirklich freuen. Meiner Erfahrung nach liegt in diesen Fällen oft die unbewusst Angst dahinter, nicht wichtig zu sein oder verlassen zu werden. Hier ist es entscheidend, dass der Expat-Partner seine Gründe dafür, ins Ausland zu gehen und die Partnerschaft für einen begrenzten Zeitraum hintenanzustellen, offenlegt und seinem Partner so zu verstehen gibt, dass die Entscheidung keine persönlichen, auf die Beziehung bezogenen, Gründe hat.

Ist der Umzug ins Ausland vollzogen und haben sich beide Partner an die neue Situation gewöhnt, solltet ihr

Expat-Tipp 6: eine Routine schaffen.

Ihr müsst in Kontakt bleiben! Überlegt euch, welche Zeiten euch am besten passen, um miteinander zu Telefonieren oder euch im Videochat zu treffen. Hier könnt ihr nochmal nachlesen, wie ihr den Kontakt in eurer Fernbeziehung gestalten könnt. Es tut gut, eine Routine zu entwickeln – euch beispielsweise zu zwei bis drei festen Terminen pro Woche zu verabreden, an denen ihr miteinander sprecht. Schickt euch routinierte Nachrichten, beispielsweise nach dem Aufwachen oder vor dem Schlafen gehen und schafft so Nähe. Denn Nähe und Distanz sind ein großes Thema in Fernbeziehungen – hier erfährst du mehr darüber.

 

die Fernbeziehung meistern

Expat-Tipp 7: Nehmt euch Zeit und Raum für die Beziehung

…auch über die Distanz! Ja, der Partner ist weit weg und ihr könnt euch selten sehen. Trotzdem benötigt eure Beziehung Aufmerksamkeit. Achtet also darauf, euch bewusst ungestörte Zeit für Gespräche zu nehmen und habt auch über die Distanz ein offenes Ohr für euren Partner, wenn er das braucht.

Euch auszutauschen, über eure Emotionen und Gedanken zu sprechen ist notwendig, um euch

Expat-Tipp 8: vor hohen Erwartungen, Missverständnissen oder Enttäuschungen zu schützen!

Nicht jede Woche ist gleich – möglicherweise wird es euch einmal nicht gelingen, die verabredeten Telefontermine einzuhalten. Vielleicht seid ihr beim Telefonieren mal schlecht drauf oder durch spontane Veränderungen familiärer oder beruflicher Natur müsst ihr einen eigentlich geplanten Telefontermin oder sogar Besuch absagen. Meine 6 Tipps, wie es euch gelingen kann, mit diesen Enttäuschungen klar zu kommen, kannst du hier nochmal nachlesen. Oft leiden Paare über die Distanz auch darunter, hohe Erwartungen an die Besuche oder die Telefonate zu setzen. Lese hier nochmal nach, welche Auswirkungen das hat und wie du dich davor schützen kannst. Und eines lässt sich über die Distanz und die Kommunikation durchs Telefon kaum vermeiden: Missverständnisse. Hier habe ich dir einige Tipps zusammen gestellt mit deren Hilfe es dir doch gelingen wird, die Anzahl der Missverständnisse zu reduzieren und einen besseren Umgang mit ihnen zu finden.

Eine gute Kommunikation sowie feste Rituale helfen, die Anforderungen einer Expat-Beziehung zu meistern.

Eine gute Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt – Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation! – sowie eine gemeinsame Zukunftsplanung helfen euch, an einem gemeinsamen Strang zu ziehen.

 

 

Gute Partnerschaft trotz beruflichem Auslandsaufenthalt

Die Fernbeziehung meistern

Und doch bedeutet der Umstieg von Nah- auf Fernbeziehung, der Umzug des Expats ins Ausland, eine Veränderung für eure Partnerschaft. Eure Aufgabe ist es,

Expat-Tipp 9: Teil der Veränderung zu bleiben.

Entfernt euch also nicht von einander sondern sprecht darüber, welche Veränderung ihr wahrnehmt und was das mit euch macht. Formuliert eure Wünsche und bleibt auf jeden Fall im Kontakt, denn über die Entfernung fällt es leichter, sich auch von einander zu entfernen.

Wenn ihr merkt, dass sich die Fernbeziehung negativ auf eure Beziehung auswirkt, dann

Expat-Tipp 10: holt euch Hilfe und lasst euch unterstützen!

Denn eure Beziehung ist wertvoll. Die Expat-Zeit im Ausland ist begrenzt. Irgendwann ist sie vorbei und ihr werdet eure alte Beziehung voller Nähe und einem gemeinsamen Alltag zurück haben. Es lohnt sich durchzuhalten. Eure Situation ist nicht auf ewig so kompliziert wie jetzt. Lasst euch unterstützen – zum Beispiel von mir in der Fernbeziehungberatung – und findet einen Weg, eure Träume zu leben ohne dabei eure Beziehung aufs Spiel zu setzen!

 

Als Paar gemeinsam ins Ausland

Als Expat die Liebe im Ausland gefunden

Als Single hin – in festen Händen zurück? Auch das soll es geben! Was für ein Glück, dass du deinen Traumpartner gefunden hast – auch wenn euch nach deiner Rückkehr etliche Kilometer trennen. Hier ist es entscheidend, im Kontakt zu bleiben und gemeinsam darüber zu sprechen, wie ihr euch die Zukunft vorstellt. Lese hier nochmal nach, welche Zukunftsvisionen es für Fernbeziehungen unter anderem gibt. Der Vorteil dieser Situation ist: Beruflich hast du am Standort deines Partners ja nun schon einen Fuß in der Tür. Vielleicht lässt dich das ausweiten? Ich wünsche dir viel Glück mit deiner neuen Liebe und unterstütze dich sehr gerne dabei, die Partnerschaft zu festigen.


Welche Herausforderungen bietet sich für dich als Expat bezüglich deiner Partnerschaft?
Mit welchen Themen bist du als Expat täglich konfrontiert?


Eine Fernbeziehung stellt oftmals eine große Herausforderung dar! In meiner geschlossenen Facebook Gruppe „Fernbeziehung meistern! Tipps & Austausch für die Liebe auf Distanz“ erhältst du die Gelegenheit, dich mit anderen Fernbeziehungs-Erfahrenen auszutauschen und bekommst zusätzlich jede Woche Tipps & Übungen passend zum Wochenthema von mir. Ich beantworte dort deine Fragen und biete einen geschützten Rahmen für den offenen und ehrlichen Austausch über Probleme und Herausforderungen. Trete jetzt direkt bei – ich freue mich auf dich!


In der Reihe „Fernbeziehungs-Freitag“ setze ich mich jeden Freitag mit einer Herausforderung auseinander, die sich für Paare in Fernbeziehungen stellt. Hier findest du eine Übersicht an Themen, die am Fernbeziehungs-Freitag behandelt werden. Dich interessiert ein bestimmtes Thema besonders? In deiner Fernbeziehung bist du immer wieder mit dem gleichen Problem konfrontiert? Schreibe mir und stelle mir deine Fragen zum Thema Fernbeziehung – im Fernbeziehungs-Freitag gibt es Antworten für dich!


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Linda Mitterweger Psychologe Psychologin Berater Beraterin PSY-ON HilfeLinda Mitterweger  (Psychologin)

Ich helfe Menschen in Fernbeziehungen, trotz der Distanz eine erfüllte Partnerschaft zu leben. Ich selbst habe bereits viele Jahre Fernbeziehungen geführt und kenne die Herausforderungen, die diese Beziehungsform bietet – aber auch die Chancen. Mit meiner Unterstützung kannst du die Kommunikation und Offenheit in deiner Beziehung stärken und so gute Lösungen für die Herausforderungen finden, die sich dir in deinem Leben und in deiner Fernbeziehung stellen. Neben Einzelsitzungen und Online-Paartherapie biete ich Beratungspakete für Frauen und Männer zu verschiedenen psychologischen Themen an. Kontaktiere mich für deine 90-minütige Power-Session oder verabrede direkt online deinen nächsten Termin.


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